Simonyi von Vitézvár, József Baron (1770-1832), Offizier

Simonyi von Vitézvár József Baron, Offizier. Geb. Nagykálló (Ungarn), 8. 4. 1770; gest. Arad, Ungarn (Rumänien), 23. 8. 1832 (beide Daten nicht gesichert); röm.-kath. – Sohn eines Fleischhauermeisters, Vater von Lajos S. v. V. (s. d.). S., der seine Schullaufbahn abbrach, ließ sich 1787 zunächst beim Husarenrgt. 8 anwerben und nahm 1789 bei Pancsova (Pančevo) gegen die Türken erstmals aktiv am Kriegsgeschehen teil. Im Lauf seiner Karriere sollte S. durch bes. waghalsige Aktionen die Aufmerksamkeit seiner Vorgesetzten auf sich ziehen und sich damit vom Gemeinen zum gefeierten Off. hochdienen:1790 Korporal, 1795 Wachtmeister, befreite er 1796 am Gardasee mit einer Abt. Husaren den eingeschlossenen FML Quosdanovic. 1797 bereits Unterlt. beim Ulanenrgt. 1, gelang es ihm, 1800, als Oblt. beim Husarenrgt. 6, den Kriegsvorrat der österr. Armee, die bei Ulmenheim zum Rückzug gezwungen war, von den Franzosen zurückzuerobern. Im selben Jahr befreite er österr. Kriegsgefangene bei Neuberg, machte seinerseits bei Kehlheim zahlreiche Gefangene, wofür er 1802 mit dem MMTO ausgez. und 1804 statutengemäß in den Frh.stand erhoben wurde; 1815 wurde ihm der Titel eines ung. Barons verliehen. S. nahm 1809 als Mjr. beim Husarenrgt. 9 an der Schlacht bei Dt. Wagram teil, wobei er die Thaya-Brücke gegen eine überlegene französ. Übermacht verteidigte und damit den Rückzug der eigenen Truppen decken konnte. 1813 Obstlt., kurz darauf Obst., wurde S. für die Eroberung der befestigten Stadt Lyon 1814 mit dem Leopold-Orden dekoriert. Nach dem Krieg wurde er, auch dies eine Auszeichnung, nach Wien, dann nach Großwardein (Oradea) verlegt, ehe er 1819 ein Rgt.kmdo. in Tarnopol (Ternopil’) erhielt, dieses jedoch mit übertriebener Härte handhabte. Als er einen Kadetten wegen eines geringfügigen Vergehens erschießen hatte lassen, wurde ihm trotz aller Verdienste 1828 das Rgt.kmdo. entzogen und eine mehrjährige Untersuchung gegen ihn eingeleitet. I. d. F. wurden ihm nicht nur sein Titel, sein Rang und alle Auszeichnungen aberkannt, sondern er wurde auch zu mehreren Jahren Festungshaft in Arad verurteilt, wo er auch verstarb. Seine sterbl.Überreste wurden 1913 nach Budapest überführt.

L.: FB, 29. 11.-1. 12. 1888; Pester Lloyd, 24. 3. 1913 (A.); M. Életr. Lex.; Révai; Wurzbach; P. Nagy, Vitézvári báró S. J. … élete leírása, 1819; G. Nagy, in: Hadtörténelmi Közlemények 12, 1911, S. 387ff., 519ff. (m. B.), 13, 1912, S. 349ff., 505ff. (m. L.); KA, Materialiensmlg.ÖBL, beide Wien; Mitt. Ernö Deák, Wien.
(Cs. Szabó)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 12 (Lfg. 57, 2004), S. 288
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