Sina de Hodos et Kizdia, Simon Georg (1753-1822), Großhändler

Sina de Hodos et Kizdia Simon Georg, Großhändler. Geb. Muskopolje/Moschopolis, Osman. Reich (Voskopoja, Albanien), 1753; gest. Wien, 3. 8. 1822; griech.-orthodox. – Sohn des Händlers Georg S., dessen Anwesenheit in Wien zumindest 1762–70 nachzuweisen ist, ab 1782 verehel. mit Irene Czippe (1767–1793), ab 1802 mit Katharina v. Gyra (1777–1843), Vater von Georg Simon und Johann Simon, Großvater von Simon Georg Frh. v. S. (alle s. d.). S. war 1769 mit seiner Familie aus seiner von Banden bedrohten Heimatstadt nach Niš geflüchtet, ging aber nach dem Tod seiner ersten Frau nach Wien, wo er, vorerst Ges. der griech. Handelsges. Papaunam, Sina, Saul & Co., 1798 ein eigenes Großhandels- und Bankhaus gründete und bis 1818 (ab 1803 gem. mit seinem Sohn Georg Simon) führte. Er machte sich um die österr.-türk. Handelsbeziehungen verdient, indem er einerseits levantin. Waren, insbes. mazedon. Baumwolle, in die Länder der Monarchie ein-, anderseits v. a. Tuch- und Metallwaren in die Türkei ausführte. S. verstand es geschickt, die Einschränkungen der Napoleon. Kriege und der Kontinentalsperre für seine Geschäfte zu nutzen, und erwarb in kurzer Zeit ein ansehnl. Vermögen, das den Grundstock für den Aufstieg seines Hauses im 19. Jh. legte. Er erwarb sich Verdienste um die österr. Wirtschaft, indem er, um den Levantehandel für Österr. zu sichern, u. a. ein Filialhaus in Sarajewo gründete und industrielle Unternehmungen finanzierte. Karitativ tätig, war er u. a. ein Mitbegründer der griech. Schule in Wien. Erst ab 1818 österr. Untertan, wurde er im selben Jahr gem. mit seinen Söhnen in den ung. Adelsstand erhoben.

L.: Czeike; G. S. Laïos, Simōn S. (= Biographiai Ethnikōn Euergetōn 1), 1972, s. Reg.; A. Lanier, Die Geschichte des Bank- und Handelshauses S. (= Europ. Hochschulschriften 3/805), 1998; Mitt. Max D. Peyfuss, Wien.
(E. Lebensaft)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 12 (Lfg. 57, 2004), S. 290f.
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