Singer, Emil (1881-nach dem 12.5. 1942 (ermordet)), Graphiker und Radierer

Singer Emil, Graphiker und Radierer. Geb. Gaya, Mähren (Kyjov, Tschechien), 17. 8. 1881; gest. nach dem 12. 5. 1942 (ermordet); mos. – S., der in Brünn (Brno) aufwuchs und mit 16 Jahren in eine chem. Fabrik eintrat, übersiedelte um die Jh.wende nach Wien, wo er vorerst an einer privaten Malschule Unterricht nahm und danach an die Graph. Lehr- und Versuchsanstalt wechselte. I. d. F. arbeitete er als Heliogravüretechniker und zeichnete Karikaturen für dt. und österr. satir. Bll. Als sein Hauptwerk – farbige Radierungen (Aquatinta) –gelten die zahlreichen Stadt- und Architekturdarstellungen von Wien und Brünn, wobei seine Stadtbilder schon früh von Privatpersonen und öff. Smlgg. (Hofbibl., Smlgg. der Stadt Wien, Mähr. Landesmus. Brünn) erworben wurden. S., der ab 1910 im Wr. Künstlerhaus ausstellte, war Mitgl. zahlreicher Ver., so u. a. der Vereinigung Dt.-Mähr. bildender Künstler und des Zentralverbands bildender Künstler Österr. Er wurde am 12. 5. 1942 gem. mit seiner Frau Grete, geb. Manuel (geb. Wien, 13. 1. 1887), nach Izbica und von dort in ein Vernichtungslager deportiert.

W.: Krautmarkt in Brünn, 1910; Petersdom in Brünn, 1912; Am Hof, 1912/13; Kirche bei der alten Univ., 1913/14; Karlskirche im Schnee, 1917; etc.
L.: Fuchs, Geburtsjgg.; Thieme–Becker; Vollmer; L. Erlacher, in: Donauland 1, 1917/18, S. 1240; Die Christl. Kunst 14, 1917/18, S. 22; Dresslers Kunsthdb. 9/2, ed. W. O. Dressler, 1930; Die Vertreibung des Geistigen aus Österr., Wien 1985, S. 191 (Kat.); DÖW, Wien.
(W. J. Schweiger)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 12 (Lfg. 57, 2004), S. 294
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