Skene, Alfred (II.) Frh. von (1849-1917), Politiker, Fabrikant und Großgrundbesitzer

Skene Alfred (II.) Frh. von, Politiker, Fabrikant und Großgrundbesitzer. Geb. Alexowitz, Mähren (Alexovice, Tschechien), 24. 8. 1849; gest. Wien, 17. 1. 1917; röm.-kath. – Sohn von Alfred (I.) S. (s. d.), Vater von Alfred (III.) Frh. v. S. (s. u.), Schwiegervater von Alfred Frh. v. Fries-Skene (s. d.), ab 1873 verehel. mit seiner Cousine Marie, geb. Skene, Tochter von Charles (Karl) S. (1819–1855). S. absolv. das Gymn. in Wien und stud. Jus und Volkswirtschaft an den Univ. in Wien (1867/68), Zürich und Berlin. Nach dem Tod seines Vaters (1887) übernahm S. die Leitung der Zuckerfabriken in Prerau und war Besitzer des landtäfl. Gutes Pawlowitz (Pavlovice). S., der sich auch viele Jahre im Prerauer Kommunal- und Bez.leben polit. engagierte, war 1883–99 (anfängl. für den verfassungstreuen Großgrundbesitz) und 1904–10 für den mähr. Großgrundbesitz LT-Abg. Als nunmehriges Mitgl. der Mittelpartei des mähr. Großgrundbesitzes war er 1900–07 RR-Abg., als Obmann des Wahlreformausschusses am Zustandekommen des mähr. Ausgleichs 1905 maßgebl. beteiligt und wechselte 1907 als lebenslängl. Mitgl. ins HH. Ab 1898 Vizepräs., 1900–09 Präs. des mähr. Landeskulturrats. 1889 wurde sein altschott. Adel anerkannt, 1909 Frh. S.s Sohn, Dr. jur. Alfred (III.) Frh. v. S. (geb. Prerau, Mähren / Přerov, Tschechien, 2. 6. 1874; gest. ebd., 30. 3. 1946), röm.-kath., widmete sich nach seinem Stud. (1897 Dr. jur. der Univ. Wien) dem polit. Verwaltungsdienst Mährens, den er jedoch 1902 als Bezirkskoär. quittierte, um die Leitung des Familienbetriebs in Prerau zu übernehmen. Ab 1910 war auch er mähr. LT-Abg. für die Mittelpartei.

W.: Entstehung und Entwickelung der slav.-nationalen Bewegung in Böhmen und Mähren im 19. Jh., 1893; Der nationale Ausgleich in Mähren 1905, 1910; etc.
L. (tw. auch zu Alfred[III.]Frh. v. S.): FB, NFP, Tagesbote aus Mähren und Schlesien, 17. (alle A.), RP, 18. 1. 1917; Heller, 1, 2. Aufl.; Otto, Erg.bd.; A. Fessen, Der österr. Wirtschaftsadel von 1909–18, phil. Diss. Wien, 1974; AVA, Materialiensmlg. ÖBL, UA, alle Wien.
(J. Mentschl)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 12 (Lfg. 57, 2004), S. 320f.
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