Skřivan, František (1807-1895), Arzt und Kommunalpolitiker

Skřivan František, Arzt und Kommunalpolitiker. Geb. Kreuzberg, Böhmen (Krucemburk, Tschechien), 20. 3. 1807; gest. Großmeseritsch, Mähren (Velké Meziříčí, Tschechien), 6. 12. 1895; röm.-kath. – Bruder von Antonín S. (s. d.). Nach Absolv. des Gymn. in Brünn (Brno) stud. S. 1828 Phil. in Prag, ab 1829 Med. an der Univ.Wien und ab 1833 an der Univ. Padua; 1834 Dr. med. I. d. F. als prakt. Arzt in Großmeseritsch tätig, wurde er 1837 Stadtphysikus und zwei Jahre später Obrigkeitsarzt auf der Herrschaft von Ludwig Johann Karl Fürst Lobkowitz. Ab 1850 Mitgl. des Stadtrats, wurde ihm u. a. das Schulaufsichtsamt übertragen, das er bis 1870 ausübte. S. trug insbes. zur höheren Qualität der tschech. Schulen und Kultur in der Stadt (aber auch in der breiteren Region) bei. Anfang der 50er Jahre mit der Leitung der Landwirtschaftsabt. beauftragt, ist ihm die Errichtung eines Stadtgartens zu verdanken. Damit gab er Anstoß zu ähnl. Vorhaben in anderen Orten, so entstand in Wien auf seine Initiative hin ein Ver. für Baumpflanzung im slowen. Karst. S. unterstützte aber auch tschech. Theater, Lese- und Gesangsver., warb Mitgl. für den Tschech. Kulturver. und trug 1867 wesentl. zur Gründung der Wirtschaftsschule bei. Für seine Verdienste mehrfach geehrt, war er Mitgl. der k. u. k. Wirtschaftsges. in Mähren und der Med. Ges. in Wien.

L.: Rieger; Wurzbach; M. Navrátil, Almanach českých lékařů, 1913; M. Benešová – V. Němeček, in: Průkopníci z Horácka 4, 1964, S. 2ff.; T. Pospíchal, Život a činnost MUDr. F. S., 1998; Státní oblastní archiv, Zámrsk, Moravský zemský archiv, Brno, röm.-kath. Pfarramt, Velké Meziříčí, alle Tschechien.
(J. Brabencová)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 12 (Lfg. 57, 2004), S. 336
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