Slavik, Ernst (1889-[nach] 1944), Kinderarzt

Slavik Ernst, Kinderarzt. Geb. Prag, Böhmen (Praha, Tschechien), 10. 6. 1889; gest. nach 1944. – Sohn eines Großhändlers. S. stud. ab 1908 an der dt. med. Fak. in Prag; 1914 Dr. med. Danach war S. bis 1922 als Ass. an der dt. Kinderklinik im Findelhaus in Prag tätig, 1922 habil. er sich an diesem für Kinderheilkde. und eröffnete im selben Jahr in Prag-Neustadt seine Privatpraxis. 1933 zog er als Oberarzt der Kinderheilstätte nach Dittersbach (Jetřichovice), wo er zunächst in leitender Funktion und i. d. F. bis 1938 als Dir. tätig war. Nach dem 2. Weltkrieg wurde S. aus der Tschechoslowakei vertrieben und sein weiteres Schicksal ist unbekannt. S., der sich intensiv mit der Proteinkörpertherapie, mit der Behandlung von Krankheiten durch Salvarsan und Neosalvarsan sowie mit Ernährungsstörungen von Säuglingen befaßte, veröff. rund 20 Publ., v. a. im „Jahrbuch für Kinderheilkunde“, in der „Wiener klinischen Wochenschrift“, in der „Deutschen medizinischen Wochenschrift“, im „Archiv für Kinderheilkunde“ etc. Bes. Beachtung fanden seine serolog. und klin. Stud. zur Säuglingsdysenterie sowie seine Untersuchungen zur prophylakt. Magenspülung bei Neugeborenen.

W.: s. u. Pelzner.
L.: Kürschner, Gel. Kal., 1926–35; Zdravotnická ročenka ČSR, 1933, S. 572, 1938, S. 627; K. Pelzner, Personalbibliographien … Dt. Karl-Ferdinands-Univ. Prag … 1900–45, med. Diss. Erlangen-Nürnberg, 1972, S. 208ff. (m. W.); L. Hlaváčková – P. Svobodný, Biograph. Lex. der dt. med. Fak. in Prag 1883–1945, 1998; UA, Státní ústřední archiv, beide Praha, Tschechien.
(L. Hlaváčková)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 12 (Lfg. 57, 2004), S. 352f.
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