Sokopp, Johann (1913-1944), Widerstandskämpfer

Sokopp Johann, Widerstandskämpfer. Geb.Wien, 6. 5. 1913; gest. ebd., 24. 5. 1944 (hingerichtet). – Sohn eines Eisenbahners. S., der in ärml. Verhältnissen aufwuchs, arbeitete nach dem Pflichtschulabschluß als Hilfsarbeiter. Bereits als Jugendlicher fand er Anschluß an die kommunist. Bewegung und gehörte 1929 vorübergehend dem Kommunist. Jugendverband an. Nach längerer Erwerbslosigkeit trat er 1934 als Berufssoldat in das österr. Bundesheer ein, wurde jedoch 1939 wegen Dienstunfähigkeit aus dem mittlerweile der Dt. Wehrmacht eingegliederten Heer entlassen und war dann als Zollbeamter in Ostgalizien tätig. Ab 1940 war S. im kommunist. Widerstand engagiert. 1941 nützte er einen längeren Urlaub, um v. a. als Aktivist der Hilfsorganisation „Rote Hilfe“ Spendengelder an Angehörige hingerichteter kommunist. Widerstandskämpfer zu verteilen und mit leitenden Funktionären der Kommunist. Partei Österr. konspirative Besprechungen zu führen. Während eines Treffens mit den Mitgl.des Zentralkomitees Adolf Neustadtl und Anton Gajda im Sommer 1942 wurde S. festgenommen, später wegen Vorbereitung zum Hochverrat angeklagt und im März 1944 vom 5. Senat des Volksgerichtshofs zum Tod verurteilt.

L.: Widerstand als „Hochverrat“ 1933–45. Die Verfahren gegen dt. Reichsangehörige vor dem Reichsgericht, dem Volksgerichtshof und dem Reichskriegsgericht, bearb. J. Zarusky – H. Mehringer, Mikrofiche-Ausg., 1998, Nr. 318f.; Gedenken und Mahnen in Wien 1934–45, bearb. H. Exenberger u. a., 1998, s. Reg.; DÖW, Wien.
(Ch. Kanzler)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 12 (Lfg. 58, 2005), S. 401f.
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