Sommaruga, Erwin Franz Frh. von (1844-1897), Chemiker

Sommaruga Erwin Franz Frh. von, Chemiker. Geb. Wien, 26. 9. 1844; gest. Riva, Tirol (Riva del Garda, Italien), 10. 5. 1897. – Enkel von Franz Ser. Vincenz Emanuel, Sohn von Franz Philipp (beide s. d.), Bruder von Guido Frh. v. S. (s. u. Franz Philipp Frh. v. S.). Nach dem Besuch des Gymn. stud. S. ab 1861 Chemie zunächst an der Univ. Wien, ab 1862 an der Univ. Heidelberg bei Robert Bunsen; 1863 Dr. phil. der Univ.Heidelberg. 1864 nach Wien zurückgekehrt, arbeitete er zunächst als anorgan. Chemiker in der Porzellanmanufaktur, ehe er in eine Schwefelsäurefabrik in Unterheiligenstadt (Wien) eintrat, jedoch bald darauf aus gesundheitl. Gründen in die Geolog. Reichsanstalt wechselte. 1866–72 als Ass. für Chemie am Polytechn. Inst. in Wien tätig, wurde er an demselben 1870 für anorgan. Chemie habil. und trat 1873 als Adjunkt in das 2. chem. Laboratorium der Univ. Wien ein, wo er gem. mit Rochleder (s. d.) analyt. Forschungen zur Anfertigung von pharmazeut. Präparaten betrieb. 1872 (1874 def. bestätigt) Univ.Doz. für organ. Chemie, 1879 ao. Prof. an der Univ. Wien. S. förderte die Ausbildung der Studenten durch die Abhaltung von Spezialkollegien, wie z. B. über aromat. Verbindungen. Seine Tätigkeit an der Univ. Wien wurde 1890–92 durch einen zweijährigen Stud. aufenthalt an der Univ. Berlin unterbrochen, wo sich S. insbes. bakteriolog. Forschungen widmete und seine Erkenntnisse in der „Zeitschrift für Hygiene“ publ. Daneben befaßte sich S. auch mit organ. und anorgan. Chemie, v. a.auf mineralog.-techn. Gebiet, und war auch Mitarb. an dem von Otto Dammer hrsg. mehrbändigen „Handbuch der anorganischen Chemie“ (1892–1903).

W. (auch s. u. Eisenberg; Poggendorff): zahlreiche Beitrr.in Sbb. Wien, Jb. der k. k. geolog. Reichsanstalt, Justus Liebig’s Annalen der Chemie; etc.
L.: Eisenberg 2 (m. W.); Poggendorff 3 (m. W.); Inauguration Univ. Wien 1897, 1898, S. 13f.; A. Bauer, Die Entwicklung des chem. Unterrichtes an der k. k. TH in Wien von 1865/66 bis 1901/02, 1911, S. 20, 22; A. Lechner, Geschichte der TH in Wien 1815–1940, 1942, S. 218; R. Meister, Geschichte der Akad. der Wiss. in Wien 1847–1947 (= Denkschriften der Gesamtakad. 1), 1947, S. 102f.; H. Michl, Geschichte des Stud.faches Chemie an der Univ. Wien in den letzten hundert Jahren, phil. Diss.Wien, 1950, S. 96; 150 Jahre TH in Wien 1815–1965, 2, ed. H. Sequenz, 1965, S. 179, 212; Th. Mayerhofer, Der Lehrkörper der Phil. Fak. von 1848 bis 1873, phil. Diss. Wien, 1982, S. 275f.; UA, Wien.
(D. Angetter)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 12 (Lfg. 58, 2005), S. 410
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