Somssich de Sáard, József Gf. (1864-1941), Diplomat und Politiker

Somssich de Sáard József Gf., Diplomat und Politiker. Geb. Graz (Stmk.), 19. 12. 1864; gest. Budapest (Ungarn), 22. 1. 1941; röm.-kath. – Sohn des Magnatenhausmitgl. Adolf Gf. S. de S. S. stud. 1883–85 Jus an der Univ. Graz und dürfte an der Univ. Budapest ein staatswiss. Doktorat erworben haben. Nach dem Militärdienst trat er 1888 als Konzeptsadjunkt im ung. Innenmin. in den Staatsdienst, aus dem er 1894 als Lt. in die ung. Landwehrkav. überwechselte. 1898 temporär dem Generalkonsulat in Genua zugeteilt, absolv. er im selben Jahr die Konsularattachéprüfung. In den folgenden Jahren fand S. in den Botschaften bzw. Gesandtschaften in Berlin (ab 1898), Dresden (ab 1901), München (ab 1905) und Rom (1903–04, 1906–07), zuletzt als Legationsrat 1. Kategorie, Verwendung. 1911 wurde S. der Botschaft in Paris zugeteilt und erhielt 1912 den Titel und Charakter eines ao. Botschafters und bevollmächtigten Ministers. Im August 1914 aus Paris abgezogen, wurde er 1915 in Disponibilität versetzt. Nach dem Ende des 1. Weltkriegs fungierte S. von September 1919 bis März 1920 als ung. Außenminister und ab Juli 1920 bis 1924 als ung. Botschafter beim Vatikan. Ab 1931 war S. Mitgl. des Oberhauses des ung. Parlaments.

L.: Pester Lloyd, 23. 1. 1941; Bölöny, Mo. kormányai, s. Reg.; M. Életr. Lex.; Révai; Wer ist’s?, 1908; Jb. des K. u. K. auswärtigen Dienstes 1917, 21, 1917; Magyar Nagylex. 16, 2003; UA, Graz, Stmk.; Mitt. Elisabeth Fábián-Kiss, Budapest, Ungarn.
(Cs. Szabó)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 12 (Lfg. 58, 2005), S. 418
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