Spandl, Hermann (1899-1926), Zoologe und Limnologe

Spandl Hermann, Zoologe und Limnologe. Geb. Brünn, Mähren (Brno, Tschechien), 11. 6. 1899; gest. Klosterneuburg (NÖ), 22. 7. 1926 (Selbstmord). – Sohn eines Mittelschullehrers. Nach dem Besuch des Gymn. begann S. mit zoolog., insbes. hydrobiolog. Stud. an der Univ. Brünn, übersiedelte aber 1922 nach Klosterneuburg und setzte seine Stud. in Wien einerseits am zoolog. Inst. der Univ., andererseits im Naturhist. Mus. fort. Ein Stud.abschluß ist nicht nachweisbar. Ab Herbst 1922 in der Crustaceen-Smlg. des Naturhist. Mus. in Wien als unbesoldeter Mitarb. tätig, bearb. er die aus der österr.-ung. Tiefsee-Expedition im Roten Meer (1895–98) hervorgegangene Amphipoden (Flohkrebse)-Smlg. und publ. seine Ergebnisse 1923 in den Sbb. und 1924 in den Denkschriften der Akad. der Wiss. in Wien. S. entdeckte in dieser Smlg. zwei neue Gattungen und neun bisher unbekannte Arten. I. d. F. führte er nur noch hydrobiolog. Stud. durch, verf. Beitrr. für das Sammelwerk „Biologie der Tiere Deutschlands“ (1922) und veröff. 1926 sein größtes und bedeutendstes Werk, „Die Tierwelt der unterirdischen Gewässer“, als 11. Bd. der R. „Speläologische Monographien“. S. genoß großes Ansehen unter Fachkollegen im In- und Ausland, vom zoolog. Mus. Berlin wurde ihm die Smlg. an pelag. Amphipoden der dt. Südpolar-Expedition zur Bearb. anvertraut.

W.: Die bis jetzt aus Mähren bekannt gewordenen Euphyllopoden, in: Naturwiss. Beobachter 63, 1922; Zur Artberechtigung von Cyclops clausii Heller, in: Zoolog. Anzeiger 54, 1922; Die Hydrobiol. in Mähren, in: Internationale Revue der gesamten Hydrobiol. und Hydrographie 10, 1922, H. 4; Die Hyperiiden der Dt. Südpolar-Expedition 1901 bis 1903, in: Dt. Südpolar-Expedition 1901–03, 19, ed. E. v. Drygalski, 1926; etc.
L.: O. Pesta, in: Zoolog. Anzeiger 69, 1926, S. 156ff.; ders., in: Annalen des Naturhist. Mus. 40, 1926, S. 151f.; ders., in: Speläolog. Jb. 7/8, 1926/27, S. 1ff.; G. Schefbeck, Die österr.-ung. Tiefsee-Expeditionen 1890–98, 1991, s. Reg.; Stiftspfarre Klosterneuburg, NÖ.
(V. Stagl)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 12 (Lfg. 58, 2005), S. 447
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