Spe(t)zger, Carl (Georg Johann) (1801–1856), Maler

Spe(t)zger Carl (Georg Johann), Maler. Geb. Gries, Tirol (Bolzano/Bozen, Italien), 13. 3. 1801; gest. Innsbruck (Tirol), 20. 7. 1856; röm.-kath. Sohn eines Fuhrmanns. S. erhielt seinen ersten Malunterricht bei dem Porträt- und Historienmaler Johann Anton Völser in Bozen und stud. 1820–21 an der ABK in Wien, ab 1822 an der Akad. in München Historienmalerei. Nach Abschluß seiner Stud. übersiedelte er vorerst nach Hall (Hall in Tirol), dann nach Innsbruck. Hier spezialisierte er sich auf „nach dem Leben“ angefertigte Porträts, die u. a. von Johann Martin Benz und Josef Puschkin lithographiert und von Josef Schöpf in Innsbruck gedruckt wurden, und avancierte mit diesen – in Bleistift, Öl oder Pastell ausgeführten – Arbeiten zu einem gefragten Künstler. Als Besonderheit setzte er oftmals entweder den autographen Namenszug oder das jeweilige gedruckte Lebensmotto des Dargestellten unter seine repräsentativen Porträts; noch heute finden sich Originale in privaten Nachlässen. Daneben trat S. auch mit Landschaftsdarstellungen in Erscheinung, in die er typ. biedermeierl. Staffagefiguren integrierte.

L.: Bénézit; Fuchs, 19. Jh.; Thieme–Becker; Wurzbach; Andreas Hofer. Wochenbl. für das Tyroler Volk 2, 1879, S. 335; L. Schidlof, Die Bildnisminiatur in Frankreich im 17., 18. und 19. Jh., 1911, S. 359; L. Kramar, in: Der Schlern 18, 1937, S. 6ff.; H. Fuchs, Die österr. Bildnisminiatur von den Anfängen bis zur Gegenwart 2, 1982.
(E. Hastaba)   
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 13 (Lfg. 59, 2007), S. 18
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