Spielmann, Emmerich (Ernst) (1873–nach 1939), Architekt

Spielmann Emmerich (Ernst), Architekt. Geb. Wien, 23. 6. 1873; gest. nach 1939; mos. Sohn eines Kaufmanns. Nach Absolv. des Gymn. stud. S. 1892–99 (2. Staatsprüfung) an der Wr. Techn. Hochschule bei Karl König und K. Mayreder (beide s. d.) und war anschließend bis 1903 bei Wihelm Stiassny und Friedrich Ohmann (s. d.), 1904 im Atelier von Gotthilf-Miskolczy (s. d.) tätig. Ab 1905 selbständig, arbeitete S. vorerst mit Ernst Lindner, ab ca. 1908 in einer Bürogemeinschaft mit Alfred Teller zusammen. Bis zum 1. Weltkrieg bauten diese mehrere Fabriksanlagen sowie in Wien eine Reihe von repräsentativen Wohn- und Geschäftshäusern, die sich tw. durch phantasievoll gestaltete Mansardengeschosse und die Verwendung von keram. Fliesen bei der Fassadengestaltung auszeichneten. Bes. der 1912 errichtete Tuchlaubenhof in Wien 1 wurde von Fachleuten als ein „interessantes und charakteristisches Stück großstädtischer Architektur“ bezeichnet. In den darauffolgenden Jahren sank die Auftragslage aufgrund der schlechten wirtschaftl. Situation zusehends, was Mitte der 1930er Jahre zu einer Auflösung des gemeinsamen Ateliers führte. S. war ab 1904 Mitgl. des Österr. Ing.- und Architektenver., ab 1909 der Zentralvereinigung der Architekten Österr. 1939 ging er – vermutl. nach England – ins Exil.

L.: F. Achleitner, Österr. Architektur im 20. Jh. 3/1, 1990, s. Reg., 3/2, 1995, s. Reg.; N. Nemetschke – G. J. Kugler, Lex. der Wr. Kunst und Kultur, 1990, S. 394; U. Prokop, Wien. Aufbruch zur Moderne, 1994, S. 176f.; dies., in: Architektenlex. Wien 1880–1945, 2006 (Internetausg.).
(Ch. Gruber)   
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 13 (Lfg. 59, 2007), S. 23
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