Sprung, Franz von (1815–1890), Eisenhüttenfachmann und Montangeologe

Sprung Franz von, Eisenhüttenfachmann und Montangeologe. Geb. Gradenberg-Krennhof (Stmk.), 16. 10. 1815; gest. Graz (Stmk.), 2. 4. 1890. Schwiegervater von Fridolin Reiser (s. d.) und Schwager des Gewerken Peter Tunner (1809–1897). Nach dem Besuch des Gymn. stud. S. 1830–37 phil., naturwiss. und jurid. Fächer an der Univ. Graz, absolv. das Gerichtsjahr in Klagenfurt und legte 1837 die Richteramtsprüfung ab. 1837/38 sammelte er auch prakt. Erfahrungen in Bergbauen und Eisenhütten bei Gmünd (Ktn.). Ab 1838 stud. S. an der Bergakad. Schemnitz (Banská Štiavnica) und ab 1840 als einer der ersten Studenten an der neugegr. bergmänn. Lehranstalt in Vordernberg. Nach der Publ. zahlreicher Untersuchungen über Kohlenflöze in Ktn. und der Stmk. begann er 1842 als Berg- und Hüttenverwalter der Zois’schen Eisen- und Stahlwerke in Jauerburg (Javornik) und in der Wochein (Bohinj) in Krain. 1849 wurde er als prov. Prof. im Hüttenkurs an die Montan-Lehranstalt in Vordernberg, später in Leoben berufen; ein Jahr danach wurde er zum Sekr. der neugegr. HGK in Leoben ernannt. 1855 o. Prof. für Hüttenkde. an der Montan-Lehranstalt in Leoben, verließ er diese 1857 wieder und wurde Dir. der Hüttenwerke in Donawitz, die 1872 von der AG der Innerberger Hauptgewerkschaft übernommen wurden und 1881 an die Österr. Alpine Montanges. gingen. Daraufhin wurde S. i. d. R. versetzt, hatte jedoch 1880–90 noch das Amt des Dir. der Landes-Berg- und Hüttenschule in Leoben inne. S. veranlaßte in Donawitz Innovationen, so ließ er eine 300 PS starke Dampfmaschine für die Grobstrecke errichten, vervollkommnete und vermehrte die Schweiß- und Puddelöfen, baute die Walzwerke aus und führte 1878 das Siemens-Martin-Verfahren ein. S. erleichterte auch die soziale Situation der Arbeiter, indem er die Lebensmittelbeschaffung verbesserte, die Krankenpflege einführte und bes. den Ausbau von Arbeiterwohnungen und der Werksschule forcierte. S. war im Stmk. LT und im RR v. a. im Eisenbahnausschuß tätig, außerdem Mitgl. des Gmd.ausschusses von Leoben. 1881 wurde er in den Ritterstand erhoben.

W.: Ber. über die … durch einen Theil von Stmk. und Ktn. besuchten Steinkohlenbergbaue, in: Jb. für den innerösterr. Berg- und Hüttenmann 1, 1842; Ueber das Köflach-Voitsberger Braunkohlenrevier, in: Österr. Z. für Berg- und Hüttenwesen 2, 1854; Über engl. Gezäheeinrichtungen, in: Berg- und Hüttenmänn. Jb. 22, 1874; etc.
L.: Berg- und Hüttenmänn. Jb. 6, 1856, S. 14; Beilage zur Oesterr. Z. für Berg- und Hüttenwesen 38, 1890, Nr. 7, S. 64; B. Brandstetter, Die HGK in Leoben 1850–1920, 1977, S. 33f.; L. Jontes, in: Berg- und hüttenmänn. Monatshe. 150, 2005, S. 15; Materialiensmlg. ÖBL (m. B.), Wien.
(L. Jontes – M. Martischnig)   
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 13 (Lfg. 59, 2007), S. 56
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