Stach, Friedrich von (1830–1906), Bautechniker und Politiker

Stach Friedrich von, Bautechniker und Politiker. Geb. Wien, 3. 3. 1830; gest. Schladming (Stmk.), 20. 8. 1906. Sohn eines Fleischhauers. S. übte den Beruf eines behördl. beeideten Ziviling. aus und stand zur Zeit der Erbauung des Wr. Parlaments und Rathauses der Union-Bauges. als Dir., i. d. F. als Vizepräs. des Verwaltungsrates vor. 1863 in den Wr. Gmd.rat gewählt, hielt er bereits im ersten Funktionsjahr 20 Referate für die Bausektion, wurde ins Zentralmarkthallen-Komitee gewählt und zur Überwachung der Bauarbeiten am Kursalon berufen. Obwohl S. nur zwei Anträge stellte und sich an Debatten kaum beteiligte, polemisierte die Vorstadtztg. gegen seine Wiederwahl im Frühjahr 1864, vermutl. aufgrund parteipolit. Differenzen zwischen S. und diesem liberalen Journal; dennoch blieb S. bis 1873 im Gmd.rat tätig. Für seine Dienste ausgez. erhielt er den Titel eines k. k. Baurates und wurde 1884 in den Ritterstand erhoben. Als Mitgl. und Ehrenmitgl. zahlreicher fachwiss. Ver., u. a. Mitbegründer des elektrotechn. Ver. Wien, erwarb er sich bes. Verdienste um die Ges. für Gesundheitspflege, deren Präsidium er angehörte.

L.: Konstitutionelle Vorstadtztg., 23. 2. 1864; NFP, 22. (auch A.), 23. 8. 1908; Elektrotechnik und Maschinenbau 24, 1906, S. 698; G. M. Hahnkamper, Der Wr. Gmd.rat zwischen 1861 und 1864, phil. Diss. Wien, 1973, S. 552; WStLA, Wien.
(M. Martischnig)   
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 13 (Lfg. 59, 2007), S. 64
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