Stadnicki, Stanislaw Jan Kanty Gf. (1848–1915), Gutsbesitzer und Politiker

Stadnicki Stanislaw Jan Kanty Gf., Gutsbesitzer und Politiker. Geb. Lemberg, Galizien (L’viv Ukraine), 28. 2. 1848; gest. Wien, 16. 1. 1915. Entstammte der polit. einflußreichen älteren Linie der Familie S., Sohn des HH-Mitgl. Edward Gf. S. (1817–1902). Nach Absolv. des Gymn. und der jurid. Fak. in Krakau (Kraków) begann S. seine öff. Tätigkeit in der Galiz. Landwirtschaftsges., als deren Präs. er 1901–03 fungierte. Er war viele Jahre Präses der Bez.vertretung von Mościska (Mostys’ka), wo auch sein Gut lag. 1882–1907 und 1913–14 war S. Mitgl. des galiz. LT, in dem er sich v. a. in Wirtschafts- und Schulfragen engagierte. Als Gegner einer demokrat. Wahlreform, Exponent des poln. Zentralwahlkomitees und nach 1910 Opponent des westgaliz. Reformkonservatismus eines Bobrzyński (s. d.) gehörte S. zu den umstrittensten Konservativen Galiziens. Dank seiner guten Verbindungen zur K.familie (er beherbergte Franz Joseph I., s. d., während dessen Galizienreise 1880) gelangte er jedoch zu zahlreichen Ehrungen: Kämmerer, Orden der Eisernen Krone II. Kl. (1898), Mitgl. des HH auf Lebenszeit (1905), Geh. Rat (1908).

L.: PSB (m. L., auch zu Edward Gf. S.); G. Kolmer, Das HH des österr. RR, 1907; J. Buszko, Polacy w parlamencie wiedeńskim 1848–1918, 1996, s. Reg.; HHStA, WStLA, beide Wien.
(H. Binder)   
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 13 (Lfg. 59, 2007), S. 77f.
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