Staininger, Michael (1840–1907), Forstmann und Verwaltungsbeamter

Staininger Michael, Forstmann und Verwaltungsbeamter. Geb. St. Oswald bei Freistadt (OÖ), 20. 8. 1840; gest. Linz (OÖ), 16. 7. 1907. Sohn eines Sensenfabrikanten. Nach Besuch der Realschule in Linz absolv. S. 1859/60 die Forstlehranstalt und -akad. Mariabrunn, trat als unbesoldeter Forstkandidat 1860 im Salzkammergut in den Staatsforstdienst, legte 1862 die Staatsprüfung ab und war ab 1863 in Borgo (Borgo Valsugana) und dann in Predazzo tätig. Ab 1871 Forstkoär. in Innsbruck, erhielt er nach der Reorganisation des österr. Staatsforstdienstes und der Ernennung zum Forstmeister 1873 die Inspektion der Kärntner Staats- und Fondsforste übertragen und nach Versetzung an die k. k. Forst- und Domänendion. in Wien als inspizierender Forstmeister den steir., böhm. und Wienerwald- Bereich überantwortet. Als Prüfungskoär. bei der forstl. Staatsprüfung, avancierte er 1884 zum Leiter, 1885 zum Oberforstrat und Vorstand der k. k. Forst- und Domänen-Dion. in Sbg., ließ dort die Erstellung der Wirtschaftspläne als Grundlage des forstl. Haushalts realisieren, verbesserte die techn. Möglichkeiten der Holzbringung und errichtete Quartiere für das Forstpersonal, wofür ihm das Off.kreuz des toskan. Zivilverdienstordens verliehen wurde. 1898 HR samt Berufung zum Vorstand der Forst- und Domänendion. Görz. Nach mehr als 40jähriger Dienstzeit erhielt er 1902 das Komturkreuz des Franz Joseph-Ordens verliehen und kehrte nach Linz zurück. Obwohl selbst kein Jäger, förderte er, mit dem Tiermaler Pausinger (s. d.) eng befreundet, das Waidwerk, initiierte 1895 die Gründung des Sbg. Jägerklubs, war dessen erster Präs. und i. d. F. Ehrenpräs.

L.: Sbg. Ztg., 23., 27. 7. 1907; Österr. Forst- und Jagd-Ztg. 18, 1900, S. 341; H. Killian, Mariabrunner Tril. 2/2 (= Mitt. der Forstl. Bundes-Versuchsanstalt Wien 80), 1968, S. 311; Mitt. Herbert Killian, Wien.
(M. Martischnig)   
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 13 (Lfg. 59, 2007), S. 83
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