Stanić (Stanich), Konstantin (1756–1830), Bischof

Stanić (Stanich) Konstantin, Bischof. Geb. Mrzlopolje (Mrzlo Polje Žumberačko, Kroatien), 18. (alten Stils) / 29. (neuen Stils) 11. 1756; gest. Kreuz (Križevci, Kroatien), 31. 7. 1830; griech.-kath. S. stud. Phil. und Theol. in Wien (wahrscheinl. am griech.-kath. Collegium St. Barbara) und Rom (Collegium Urbanianum De propaganda Fide); 1782 Dr. phil. et theol. Er wirkte hierauf in der griech.-kath. Diözese Kreuz als Pfarrer, war Rektor des Priesterseminars in Agram und fungierte 1796–1814 als Konsistorial-Archidiakon, ab 1808 auch als Gen.vikar, in Kreuz. Als 1809 Tle. Kroatiens unter französ. Herrschaft kamen, wurde er auch Gen.vikar in den Illyr. Provinzen. S. übers. den „Code Napoléon“ ins Kroat. und verf. 1810 die „Informatio super statum dioecesis Crisiensis in Provinciis Illyricis“. Die vom Wr. Hof vorgeschlagene Abgrenzung des Bistums Kreuz und dessen Anschluß an ein ung. Bistum lehnte er kategor. ab. S. verwaltete das Bistum Kreuz während der Sedisvakanz 1810–14 und sicherte 1811 mit einem als „Apologia Episcopatus Crisiensis“ bekannten Memorandum mit hist. und theol. Argumenten dessen Existenz. 1814 wurde er zum Bischof des Bistums Kreuz ernannt und 1815 installiert. Sein Nachfolger im Amt (1834) war Gavro Smičiklas. S. gilt auch als Autor der „Brevis notitia populi Graeco-catholici in Illyrio“, 1812, und der „Sichelburgensis territorii descriptio“ sowie einer Schrift über die Uskoken, in der er deren Namensherkunft und Geschichte und die territoriale Zugehörigkeit Sichelburgs (Žumberak) zu Kroatien behandelt. Seine kroat. Dichtungen sind stark von den Schrecken der Napoleon. Kriege beeinflußt.

W.: De adventu S. Spiritus, 1780; Historia Uskokorum ex Gebhardo aliisque, in: Zagrabiense calendarium dioecesanum, 1801, 1803f., 1807; Reden; Gelegenheitsged.; ep. Dichtungen.
L.: Znam. Hrv.; T. Smičiklas, in: Glasonoša 5, 1865, S. 189f.; J. Šimrak, in: Spomenica kal. grko-katolika križevačke biskupije za godinu, 1931, S. 66; M. Predović, in: Žumberački kal., 1966, S. 56ff., 1967, S. 65ff.; W. M. Plöchl, St. Barbara zu Wien 1, 1975, S. 149f., 2, 1975, S. 63f., 66f., 149f., 175, 178, 180f.
(T. Macan)   
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 13 (Lfg. 59, 2007), S. 91f.
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