Starzengruber, Josef (1806–1877), Kurarzt

Starzengruber Josef, Kurarzt. Geb. Gallspach (OÖ), 31. 1. 1806; gest. Andorf (OÖ), 7. 1. 1877. Sohn eines Gastwirts. Frühzeitig verwaist, arbeitete S. bis zu seinem 16. Lebensjahr in der Schmiede eines Verwandten, ehe er ab 1822 das Gymn. in Linz besuchte. Danach stud. S. ab 1829 Med. an der Univ. Wien; 1836 Dr. med. Bereits während seines Stud. als Choleraarzt in Italien tätig, ließ er sich nach seiner Prom. in Hall (Bad Hall) nieder. Hier setzte er sich für den Ausbau der dortigen Heilquellen ein, auf den letztendl. die Gründung des Jodbades Bad Hall 1855 zurückgeht. S., der als der erste Kurarzt von Hall bezeichnet werden kann, erwirkte 1837/38 eine Badeordnung, welche die Verwendung des Heilwassers regelte. Er verbesserte teils aus eigenen Mitteln die Infrastruktur des Kurorts und konnte zahlreiche Heilungen verzeichnen. Auch der Versand des Jodwassers in den Bädern geschah künftig nur mehr über badeärztl. Verordnung und Kontrolle. Die Ereignisse des Kremsierer Reichstags 1848/49 verhinderten zunächst einen weiteren Aufschwung in der Entwicklung des Kurorts, sodaß S. 1850 Hall enttäuscht verließ und i. d. F. als Land- und Frauenarzt im Raum Schärding, zunächst in Taufkirchen an der Pram, anschließend in Andorf, ordinierte.

W.: Syllabus quarundam plantarum medicatarum, Diss. Wien, 1836; Die Jod-, Brom- und Lithionhaltige Salzquelle zu Hall nächst Steyr in Oesterr. ob der Enns, 1843.
L.: DBE; Krackowizer; Wurzbach; A. Schmölzer, in: Bad Haller Kurier 11/12, 1955, S. 6f.; Oö. Ärztechronik, ed. E. Guggenberger, 1962; Personenlex. Österr., ed. E. Bruckmüller, 2001; K. Ulbrich, Alte Häuser erzählen ..., 2005, S. 240f.; UA, Wien; Mitt. Katharina Ulbrich, Waldneukirchen, Wolfgang Perr, Gallspach, beide OÖ.
(D. Angetter)   
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 13 (Lfg. 59, 2007), S. 112
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