Stecher, Franz (Ser.) Anton (1814–1853), Maler

Stecher Franz (Ser.) Anton, SJ, Maler. Geb. Nauders (Tirol), 16. 8. 1814; gest. Innsbruck (Tirol), 19. 8. 1853; röm.-kath. Sohn eines Zimmermanns, Neffe des Bildschnitzers J. B. Kleinhans (s. d.), von dem er erste künstler. Anregungen erhielt. S. übersiedelte mit 16 Jahren nach Innsbruck, wo ihm Flatz (s. d.) 1830–33 Unterricht im Porträtzeichnen und Aquarellieren erteilte und ihn mit der Kunst der Nazarener vertraut machte. 1834–37 stud. er an der Wr. ABK bei L. Kupelwieser und J. v. Führich (beide s. d.) Historienmalerei und beteiligte sich auch an deren Ausst. Im Frühjahr 1838 trat S. als Laienbruder in den Jesuitenorden in Graz ein, widmete sich aber nach dem Noviziatsjahr wieder vermehrt der Malerei (v. a. Altarbilder). Ab Oktober 1839 hielt er sich im Jesuitenkolleg Aloisianum am Linzer Freinberg auf (die Ausstattung der Freinberger Kirche gilt als sein Hauptwerk) und, arbeitete daneben auch für andere Kirchen in Linz, v. a. aber für andere Jesuitenkollegien. Nach ersten Anzeichen einer Geisteskrankheit hielt er sich 1841 und 1842 zur Erholung im Zisterzienserkloster Hohenfurth in Böhmen auf und übersiedelte Ende Mai 1843 in das Innsbrucker Jesuitenkolleg; im Jänner 1844 trat S. aus gesundheitl. Gründen aus dem Orden aus, erhielt von diesem aber auch weiterhin Aufträge. Vermutl. ab Ende 1846 war er – aufgrund jesuit. Vermittlung – in den USA, wo er Altarbilder und Fresken für Kirchen u. a. in Cincinnati, Philadelphia, Buffalo sowie für die erste aus Stein gebaute kath. Kirche Conewago-Chapel (Pa.) schuf. 1851 kehrte er nach Tirol zurück, wo er zunächst im Servitenkloster Innsbruck als Pfründner aufgenommen wurde. Einer erneuten Einladung durch den Bischof von Cincinnati konnte er nicht mehr nachkommen. Seine letzte große Arbeit war die Gestaltung des Hl. Grabes für die Serviten in Innsbruck (1852/53). S., der als wichtiger Tiroler Vertreter spätnazaren. Kunst gilt, widmete sich v. a. religiösen Themen. Ein Teil seiner Arbeiten, die er tw. selbst lithographierte, befindet sich im Tiroler Landesmus. Ferdinandeum, im Kollegium Aloisianum in Linz und in Regionalmus.

W.: s. u. Reinhardt; Vennersten-Reinhardt, 1982.
L.: Fuchs, 19. Jh.; Thieme–Becker; Wurzbach; M. Reinhardt, F. S., 1957 (m. W. u. L.); O. Leisner, in: Freinberger Stimmen 43, 1972, S. 9ff.; M. Vennersten-Reinhardt, ebd. 50, 1979/80, S. 68f.; G. Ammann, Klassizisten – Nazarener. Kunst im Oberland 1800–50, Landeck – Innsbruck 1982, S. 68ff. (Kat., m. L.); M. Vennersten-Reinhardt, in: Kunstjb. der Stadt Linz 1982, 1982, S. 67ff. (m. W.); dies., in: Tiroler Heimatbll. 58, 1983, S. 13ff.; dies., ebd. 60, 1985, S. 130ff.; Veröff. des Tiroler Landesmus. Ferdinandeum 79, 1999, S. LXXIf.; G. Pfaundler-Spat, Tirol-Lex., neubearb. Aufl. 2005; Pfarramt Nauders, Tirol; Mitt. Martha Vennersten-Reinhardt (gest.), Fuschl am See, OÖ.
(E. Hastaba)   
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 13 (Lfg. 60, 2008), S. 126
<=  S. 1 =>
<=  S. 1 =>