Stefanowicz (Ohanowicz), Samuel Cyrill (1755–1858), Erzbischof

Stefanowicz (Ohanowicz) Samuel Cyrill, Erzbischof. Geb. Łysiec, Galizien (Lysec’, Ukraine), 28. 3. (4. 5.) 1755 (1752, 1753); gest. Lemberg, Galizien (L’viv, Polen), 8. 12. 1858; armen.-kath. Nannte sich nach seinem Vater, dem Kaufmann Stefan Ohanowicz. S. stud. in Lemberg ab 1763 bei den Jesuiten, ab 1768 in dem vom Theatinerorden geleiteten Collegium pontificium. Nach der Priesterweihe 1778 wirkte er als Kooperator an der Kathedrale von Lemberg (1785 Vikar) und wurde 1790 Domherr am armen. Metropolitankapitel, 1801 Pfarrer an der Kathedrale und Dompropst. 1816–20 und dann wieder 1831 war S. Administrator des armen.-kath. Erzbistums Lemberg; 1820 nahm er die aus Rußland vertriebenen Jesuiten auf. Nach dem Tod seines Vorgängers, Erzbischof (seit 1820) Cajetan Warteresiewicz, wurde S. 1832 zum Erzbischof ernannt. Trotz seines hohen Alters widmete er sich intensiv der Seelsorge in seiner kleinen, aber weit zerstreuten Diözese, wobei bes. seine volksnahen Predigten und wichtigen Hirtenbriefe hervorzuheben sind. S. wurde von den Päpsten Gregor XVI. und Pius IX. sehr geschätzt und stand, wenngleich poln. Patriot, Österr. loyal gegenüber; 1854 w. k. Rat. Er war in seiner Zeit als Domherr auch als Archivar aktiv.

L.: Grazer Ztg., 18. 12. 1858; PSB; Wurzbach; R. Ritzler – P. Sefrin, Hierarchia Catholica medii et recentioris aevi … 7, 1968, S. 236f.; Mitt. Vlasta Reittererová, Wien.
(H. Reitterer)   
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 13 (Lfg. 60, 2008), S. 134f.
<=  S. 1 =>
<=  S. 1 =>