Steinebach, Friedrich; Ps. Freimuth (1821–1898), Schriftsteller, Redakteur und Beamter

Steinebach Friedrich, Ps. Freimuth, Schriftsteller, Redakteur und Beamter. Geb. Wien, 27. 10. 1821; gest. ebd., 26. 10. 1898; röm.-kath. Sohn eines früh verstorbenen Hof- und Gerichtsadvokaten. S., der das Schottengymn. besuchte und bis 1843 an der Univ. Wien stud. haben soll, trat 1844 in den Dienst der Hofkriegsbuchhaltung, ab 1857 war er bei der Marinebuchhaltung tätig. Vorerst Registrator, wurde er 1862 Rechnungsrat und 1866 in dieser Position in die Militär-Central-Buchhaltung im Kriegsmin. übernommen. 1870 Rechnungsrat bei der Militär-Rechnungs-Branche, 1874 Militäroberrechnungsrat II. Kl. U. a. wurde er 1873 mit dem Ritterkreuz des Franz Joseph-Ordens ausgez.; 1885 i. R. Neben seiner Karriere im österr. Staatsdienst war S. auch als Schriftsteller tätig. 1845 wurde er mit einer iron. Polemik gegen Saphir (s. d.) in „Der Wanderer“ bekannt. Nach einigen erfolglosen Versuchen als Bühnenschriftsteller hatte er mit Novellen und Erz., später auch mit einigen Romanen Erfolg beim zeitgenöss. Publikum. Seine Hauptwerke, etwa der Zeitroman „Unschuldig verurteilt!“ (1887), zeigen ihn bei der Wahl seiner Themen ambitioniert, jedoch in deren Umsetzung – aus heutiger Sicht – nicht überzeugend. Ab 1857 publ. er häufig in Kal. und Z. Zudem war er selbst Red. diverser Taschenbücher und Kal., wie „Damen-Album“ (1855–56), „Illustrierter Kalender für die gebildete Frauenwelt“ (ab 1855), „Thalia“ (1859–67) und „Austria-Kalender“ (1863–66), dessen Schwerpunkt auf der Wr. Skizze und Vorstadtgeschichte lag. S. gehörte zu den ersten Verf. von Dorfgeschichten für Johann Nep. Vogls „Oesterreichischen Volkskalender“ und dürfte gem. mit August Silberstein (s. d.) die Heimatdichtung P. Roseggers (s. d.) beeinflußt haben.

W.: s. u. Dt. Schriftsteller-Lex.
L.: NWT, 28. 10. 1898; Brümmer; Kosch; Nagl–Zeidler–Castle 3–4, s. Reg.; Wurzbach; Dt. Schriftsteller-Lex. 1830–80, bearb. H. Jacob, Bd. St-V, 2007 (m. W.); KA, WStLA, beide Wien.
(W. Zuleger)   
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 13 (Lfg. 60, 2008), S. 166
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