Steinitz-Moser (Moser-Steinitz), Marie von; geb. Moser (1847–1911), Sängerin

Steinitz-Moser (Moser-Steinitz) Marie von, geb. Moser, Sängerin. Geb. Wien, 21. 1. 1847; gest. ebd., 18. 5. 1911. Nannte sich meist (v.) Moser. Ab 1871 verehel. mit Eduard v. S. d. Ä. (s. u.). S. debüt. – bereits vor Abschluß ihres Gesangsstud. (1860–64) am KdM – 1862 am Stadttheater Graz, war 1864/65 am dt. Stadttheater in Brünn (Brno) engag., gastierte 1865 in Pest (Budapest) und sang auch an der Wr. Hofoper. 1866 trat sie in Augsburg und Braunschweig auf und war 1868–71 am Stadttheater Graz engag. Nach einem Gastspiel am Stadttheater Bremen als Evchen in Wagners „Die Meistersinger von Nürnberg“ (1873) wurde sie von diesem nach Bayreuth eingeladen, da er sie für die Rolle der Sieglinde („Die Walküre“) vorsah; sie mußte jedoch infolge der dienstl. Versetzung ihres Gatten nach Prag auf die Zusammenarbeit mit Wagner verzichten und nahm noch 1873 ein Engagement am Dt. Landestheater an, an dem sie bis zur Beendigung ihrer Karriere (1891) in ca. 50 Rollen sang. Ihr Repertoire, das von den Sopranpartien des Mozartfachs, denjenigen des italien. und des französ. Fachs und den jugendl.-dramat. Sopranrollen des dt. Fachs bis zu Mezzosopran –- bzw. Altrollen und – gegen Ende ihrer Bühnenlaufbahn – zu den hochdramat. Sopranpartien des Wagnerfachs reichte, machte S. zu einer unentbehrl. und äußerst geschätzten Stütze des Prager Ensembles. Sie war auch eine ausgezeichnete Konzertsängerin, u. a. als die Sopransolistin in Verdis „Messa da Requiem“. Ihr Gatte Eduard v. S. d. Ä. (geb. Wien, 12. 6. 1839; gest. ebd., 18. 11. 1911, Verkehrsunfall), Sohn eines Min.Rats, wurde 1858 an der Theresian. Militärakad. als Lt. ausgemustert, machte die Feldzüge von 1859 und 1866 mit und stieg in der Armee bzw. in der Landwehr bis zum FML (1898) auf. 1905 wurde er mit Titel und Charakter eines Gen. der Inf. pensioniert. S. veröff. zahlreiche Artikel militär. Inhalts im „Fremden-Blatt“. Ein Sohn, Eduard v. S. d. J. (geb. Graz, Stmk., 14. 11. 1868; gest. Wien, 10. 8. 1955), war ein namhafter Militärhistoriker.

Hauptrollen: s. u. Hudební divadlo.
L. (auch s. u. Moser): FB, 5. 5. 1862, 22., 28., 29. 9. 1865, 13. 11. 1891; Bohemia, 21. 2. 1883; Prager Zwischenactsztg., 3. 1. 1886; NFP, 18., Prager Tagbl., 19., 21. 5. 1911; Eisenberg, Bühne; Kutsch–Riemens, 4. Aufl. 2003; Vedette, 25. 11. 1911; A. Rille, Geschichte des Brünner Stadttheaters …, 1885, s. Reg.; O. Teuber, Geschichte des Prager Theaters 3, 1888, s. Reg.; R. F. Procházka, Der Kammermusikver. in Prag, 1926, S. 36, 82; W. Binal, Dt.sprachiges Theater in Budapest (= Theatergeschichte Österr. X/1), 1972, S. 292; B. Lomnäs u. a., Auf der Suche nach der poet. Zeit. Der Prager Davidsbund 1–2, 1999, s. Reg.; T. Vrbka, Státní Opera Praha. Opera 1888–2003, 2004, S. 45 (m. B. und dt. und engl. Übers.); Hudební divadlo v českých zemich. Osobnosti 19. století, ed. J. Ludvová, 2006 (mit Rollenverz., L. u. B.); Archiv der Ges. der Musikfreunde, Wien. – Eduard v. S. d. Ä.: Svoboda; FB, 20. (A.), 23., WZ, 20. (A.), RP, 20., 23. 11. 1911; KA, Wien.
(J. Ludvová – H. Reitterer)   
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 13 (Lfg. 60, 2008), S. 192f.
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