Sterk, Julius (Gyula) (1835–1906), Arzt

Sterk Julius (Gyula), Arzt. Geb. Pest (Budapest, Ungarn), 7. 8. 1835; gest. Wien, 14. 11. 1906. Nach Absolv. des Gymn. stud. S. ab 1854 Med. zunächst an der Univ. Pest, wechselte aber noch im selben Jahr an die Univ. Wien; 1859 Dr. med., 1860 Dr. chir. und Mag. obstet. Zunächst ließ sich S. als prakt. Arzt nieder, beschäftigte sich aber von Beginn seiner Laufbahn an intensiv mit der Balneol. bzw. Wasserheilkde. und untersuchte v. a. die chem. Wirkungen der Heilwässer beim Kurieren der Gelenks- und Knochenkrankheiten. Ab 1873 jahrzehntelang Badearzt in Marienbad (Mariánské Lázně), zählten dort zahlreiche Aristokraten und ausländ. Herrscher zu seinen Patienten. S. galt als einer der führenden Experten seines Fachs. Seine Publ. erschienen in österr. und dt. Fachz., befaßten sich v. a. mit kasuist. Fragestellungen und Thematiken rund um Indikationen und Therapien bei einem Kuraufenthalt in Marienbad. S. war ständiger Mitarb. der Z. „Medizinisch-chirurgische Rundschau“ und der „Zeitschrift für die gesammte praktische Heilkunde“. Sein bedeutendstes Werk, „Marienbad. Handbuch für Kurgäste“, 1875, 1876 und 1886, erschien in dt., ung., französ. und engl. Sprache. S. wurde 1878 Ritter des kgl. Ordens des Sterns von Rumänien und 1885 Commandeur des kgl. serb. Takovaordens.

W.: Marienbad, dessen Heilschatz und Heilanzeigen, 1876, 2. Aufl. 1887; Erfahrungen in Marienbad, 1879; Beitrr. in Wr. med. Presse; etc.
L.: Eisenberg 2; Szinnyei; Jubiläums-FS des Marienbader Ärztever. …, 1909, S. 319, 365f.; UA, Wien.
(K. Kapronczay)   
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 13 (Lfg. 60, 2008), S. 219
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