Sterka Sulucz (Şterca Şuluţiu) de Kerpenyes, Alexander (Alexandru) (1794–1867), Metropolit

Sterka Sulucz (Şterca Şuluţiu) de Kerpenyes Alexander (Alexandru), Metropolit. Geb. Großschlatten, Siebenbürgen (Abrud, Rumänien), 15. 2. 1794; gest. Blasendorf, Siebenbürgen (Blaj, Rumänien), 7. 9. 1867; griech.-kath. S. absolv. das Gymn. und das Theol.stud. (ab 1810) in Blasendorf, 1814 Priesterweihe. 1821–36 wirkte er als Kaplan, als Vizeerzdiakon und schließl. als Erzpriester (Pfarrer) in Bisztra (Bistra). 1836–50 Bischofsvikar für Silvanien, setzte er sich für die Errichtung rumän. Dorfschulen ein. 1850 wurde er von K. Franz Joseph I. (s. d.) zum Bischof der griech.-kath. Diözese Fogaras (Făgăraş) ernannt und von Rom 1851 als solcher bestätigt. Als Folge der ab 1848 intensiv erhobenen, kirchenpolit. bedeutsamen Forderung nach der Wiederherstellung des unierten Erzbistums Alba Iulia ernannte der Heilige Stuhl S. 1854 zum Metropoliten der 1853 errichteten griech.-kath. Metropolie (Kirchenprov.) Fogaras – Alba Iulia. S. wählte als seinen Residenzort das unweit von Karlsburg (Alba Iulia) gelegene Blasendorf, wo sich auch das Priesterseminar, mehrere wichtige kirchl. und schul. Einrichtungen sowie die Kathedrale und eine Pfarr- und Hofkirche für die griech. Katholiken befanden. S. war in die polit. Konflikte seiner Zeit involviert, etwa als im Zuge der Auflösung des siebenbürg. LT (1863/64) und dessen Einberufung nach Klausenburg (Cluj-Napoca) die (erfolglose) Forderung nach Wiederaufhebung des Erzbistums Alba Iulia erhoben wurde. Das Verhältnis zu den orthodoxen Erzbischöfen war nicht frei von Spannungen, jedoch einte die rumän. Nationalbewegung, zu deren Anhängern auch S. gehörte, in Krisenmomenten immer wieder die beiden Oberhirten. So trat er – ein Gegner der Idee einer Union Siebenbürgens mit Ungarn – 1860 zusammen mit dem orthodoxen Erzbischof A. Şaguna (s. d.) im Rahmen einer Delegation beim K. in Wien für die Autonomie der Rumänen ein. 1861 in Karlsburg trat S. gegen die Ansprüche Ungarns und für die Anerkennung des rumän. Volkes als vierte Nation Transsilvaniens auf und forderte die Einführung des Rumän. als dritte offizielle Landessprache neben dem Dt. und Ung. Auch die soziale und religiöse Gleichberechtigung der Rumänen war ihm ein Anliegen. Im Sinne des Konkordates von 1855 setzte er sich für eine Gleichstellung in der Besoldung der griech.- und röm.-kath. Geistlichen ein. Von Papst Pius IX. zum röm. Gf., zum Hausprälaten und zum Ass. des päpstl. Stuhles (1855) ernannt, wurde S. 1850 Ritter des Franz Joseph-Ordens, 1851 Kommandeur des Leopold-Ordens und 1864 Ritter I. Kl. des Ordens der Eisernen Krone. 1856 Geh. Rat.

W.: Istoria Horii şi a poporului româneşti din Munţii Apuseni ai Ardealului, 1860, Hss., ed. in: Izvoarele răscoalei lui Horea, Ser. B, 2, 1983, S. 332ff.; etc.
L.: Habsburgermonarchie 4, s. Reg. (s. u. Şuluţiu); Wurzbach; R. Ritzler – P. Sefrin, Hierarchia catholica medii et recentioris aevi … 8, 1978, S. 274; M. Păcurariu, Dicţionarul teologilor români, 2002; A. V. Sima, Vizitele nunţiilor apostolici vienezi în Transilvania (1855–68), 1–2, 2003, bes. 2, S. 496; Mitropolia Greco-catolica de Făgăraş – Alba Iulia, 150 de ani de la Infiintare, 2003; Arhivele Naţionale ale Statului …, Direcţia Cluj und Alba Iulia, beide Rumänien; Mitt. Mircea Păcurariu, Sibiu, Rumänien.
(M. Sohn-Kronthaler)   
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 13 (Lfg. 60, 2008), S. 219f.
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