Stern, Julius Bernhard (Chaim Bär) (1858–1912), Kapellmeister und Komponist

Stern Julius Bernhard (Chaim Bär), Kapellmeister und Komponist. Geb. Wien, 13. 5. 1858; gest. ebd., 6. 1. 1912; mos. S. stud. 1876–78 am KdM bei A. Bruckner (s. d.) Harmonielehre und Kontrapunkt sowie bei F. Krenn (s. d.) Komposition. Ab 1879 war er Theaterkapellmeister an kleineren Bühnen, danach in Prag und Hannover. 1884–89 war er am Theater an der Wien engag., 1889/90 am Theater in der Josefstadt. Nach einer Spielzeit am Berliner Wallner-Theater (1891/92) wirkte S. ab 1893 am Wr. Raimundtheater. Daneben war er als Komponist von Operetten, Vaudevilles und Wienerliedern (für Girardi, s. d.) tätig. Seine Bühnenwerke, v. a. die Musik zu Possen, wurden auch am Wr. Carltheater aufgef. Die 1891 in Prag uraufgef. Operette „Don Juan de Galeano“ war auch in Dtld. erfolgreich, das „Tunnel-Couplet“ aus dem Singspiel „Fürst Malachoff“ (1894) ist noch lange populär geblieben. S. war in den letzten Jahren seines Lebens erblindet.

W. (auch s. u. Bauer): Messen; Alt-Wien, 1911 (Operette, nach Melodien J. Lanners); Dichterliebe, 1920 (Singspiel, nach Melodien F. Mendelssohn Bartholdys); Ouvertüren; Klavierstücke; Tänze; Kammermusik; etc.
L.: NWT, 23. 9. 1894, 8., 9., 1. 1912; Illustriertes Wr. Extrabl., 23. 9. 1894, 10. 1. 1912 (m. B.); Eisenberg 1; Hdb. Jüd. AutorInnen; Kosel 1; oeml; Ber. über das KdM … 1876/77–1877/78, 1877f.; A. Bauer, Opern und Operetten in Wien, 1955, s. Reg. (m. W.); WStLA, Wien.
(A. Rausch)   
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 13 (Lfg. 60, 2008), S. 228
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