Steurer, Leopold (1921–1944), Widerstandskämpfer und Arbeiter

Steurer Leopold, Widerstandskämpfer und Arbeiter. Geb. Wien, 18. 8. 1921; gest. Brandenburg an der Havel, Dt. Reich (Dtld.), 7. 2. 1944 (hingerichtet). Sohn eines Sattlers. S., der in Wien-Floridsdorf aufwuchs, absolv. nach dem Pflichtschulabschluß eine dreijährige Schlosserlehre und fand 1939 eine Stelle als Hilfsschlosser in einer Glühlampenfabrik. Als Kind gehörte er den sozialdemokrat. Kinderfreunden an und war ab Mitte der 1930er Jahre im Kommunist. Jugendverband Österr. (KJVÖ) sowie in einer Gewerkschaftsgruppe in Floridsdorf aktiv. Nach dem „Anschluß“ wirkte S. unter dem Decknamen „Bertl“ als einer der führenden Funktionäre des KJVÖ zunächst in Floridsdorf und Umgebung, später als Gebietsleiter mehrerer anderer Wr. Bez. Er richtete einen sog. Literaturapparat ein, über den die Herstellung und die Verteilung von Flugschriften organisiert wurden; so wurden u. a. Flugbll. an Frontsoldaten verschickt. S. unterhielt zahlreiche Verbindungen zu Funktionären der Kommunist. Partei Österr. sowie zu Angehörigen kommunist. Betriebszellen, die auch nach seiner Einberufung zur Wehrmacht im Februar 1941 nicht abrissen. Anfang Oktober 1942 wurde er jedoch bei seiner Truppe festgenommen und im Juli 1943 vom 5. Senat des Volksgerichtshofs wegen Vorbereitung zum Hochverrat zum Tod verurteilt und im Zuchthaus Brandenburg-Görden hingerichtet.

L.: Widerstand und Verfolgung in Wien 1934–45, 2, bearb. W. Neugebauer, 2. Aufl. 1984, s. Reg.; V. Strecha, Widerstand für Österr. (= Biograf. Texte zur Geschichte der österr. Arbeiterbewegung 1), 1988, s. Reg. (m. B.); W. Weinert, „Ich möchte, daß sie Euch alle immer nahe bleiben ...“. Biografien kommunist. WiderstandskämpferInnen in Österr., 1997, S. 88; DÖW, Wien.
(Ch. Kanzler)   
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 13 (Lfg. 60, 2008), S. 244
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