Stipsicz zu Ternowa (Ternova), Joseph Frh. (1755–1831), General

Stipsicz zu Ternowa (Ternova) Joseph Frh., General. Geb. Ödenburg (Sopron, Ungarn), 15. 8. 1755; gest. Wien, 16. 9. 1831. Aus ung. Adel. – S. trat 1774 als Kadett-Gemeiner beim Chevauxlegersrgt. 1 in den Militärdienst, wurde 1783 Adj. des Rgt.inhabers, Gen. der Kav. Karl Joseph Fürst v. u. z. Liechtenstein, und 1788 zum Gen.quartiermeisterstab übersetzt. Im Krieg gegen die Türken nahm er an der Belagerung von Belgrad 1789 teil und wurde 1790 Mjr. und Flügeladj. des FM Ernst Gideon Frh. v. Laudon. Nach kurzer Verwendung bei der Truppe machte S. als Adj. von FM Friedrich Josias Prinz v. Sachsen-Coburg-Saalfeld den Feldzug gegen die Franzosen mit und erhielt für seinen Einsatz in der Schlacht von Neerwinden 1793 das Ritterkreuz des MMTO. Im März 1794 begleitete er den K. als Gen.adj. ins Feld, wurde aber schon im Mai als Obst. mit dem Kmdo. über das Chevauxlegersrgt. 5 betraut. 1797 wurde S. GM und erneut zum Gen.qartiermeisterstab überstellt, 1799 trug er maßgebl. zum Sieg von Stockach bei, wurde dabei jedoch verwundet. 1800 Gen.adj. Erzhg. Karls (s. d.) und FML. 1801 Haupt-Verpflegsinsp., wurde er 1803 Gen.dir. der Hofkriegsbuchhaltung, in welcher Funktion er im Feldzug von 1805 die Kassengeschäfte besorgte und bei Ulm in Kriegsgefangenschaft geriet. 1806 wurde er Chef des Remontierungs-Dep. im Hofkriegsrat, 1807 Militärkmdt. in Linz und 1810 Sektionschef im Hofkriegsrat, zuständig für Kassen- und Verpflegswesen. 1811–13 fungierte S. als Kommandierender Gen. in Siebenbürgen (1813 Gen. der Kav.), wurde dann Vizepräs. des Hofkriegsrats und 1830 Chef der Militärsektion im Staats- und Konferenzrat. 1802 wurde S. 1., 1814 2. Inhaber des Husarenrgt. 10, 1806 österr., 1821 ung. Frh. 1809 Geh. Rat, erhielt er 1824 das Großkreuz des Leopold-Ordens. 1820 wurde ihm die Herrschaft Ternova (Târnova) im Kom. Arad verliehen, nach der er sich ab 1824 benannte. S. fiel der in Wien grassierenden Cholera zum Opfer.

L.: Hirtenfeld; Wurzbach; G. Amon v. Treuenfest, Geschichte des k. u. k. Husaren-Rgt. Nr. 10, 1892, S. 301ff.; KA, WStLA, beide Wien.
(A. Schmidt-Brentano)   
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 13 (Lfg. 61, 2009), S. 268f.
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