Stöger, Leopold (1814–1900), Geistlicher

Stöger Leopold, Geistlicher. Geb. Sitzendorf (NÖ), 15. 9. 1814; gest. Wien, 17. 2. 1900; röm.-kath. Bauernsohn. – S. stud. 1835–39 Theol. an der Univ. Wien. 1839 zum Priester ordiniert, wirkte er bis 1840 als Kooperator in Karnabrunn und bis 1843 in St. Veith (Wien 13). 1843 zum Ordinariatssekr. von V. E. Milde (s. d.) nach Wien berufen, fungierte er als Administrator für dessen Stiftung und war daneben Kurator der geistl. Stiftung der Hl. Dreifaltigkeit. 1850 wurde er zum Konsistorialrat und 1851 zum Dir. der Konsistorialkanzlei ernannt, 1854 erhielt er den Titel eines Ehrendomherrn zu St. Stephan. 1858 Prälat zu St. Stephan, erfolgte seine Beförderung zum landesfürstl. Domherrn, 1866 Scholaster und bis 1868 gleichzeitig mit dem Amt des Diözesanschulenoberaufsehers betraut. I. d. F. wirkte er bis 1874 als nö. Landesschulrat und als Bez.schulinsp. in Wien. 1875 übernahm er das Amt des Domkustos und wurde 1886 von Papst Leo XIII. zum päpstl. Hausprälaten ernannt; 1890 Domdechant. S. gehörte ferner 1861–64 dem Wr. Gmd.rat. an, war Mitgl. des Unterrichtsrats und zeigte als Dir. des Hauptver. der Kinderbewahranstalten sowie als Ehrenvizepräs. der französ. und als Ehrenmitgl. der belg. Rettungsges. großes soziales Engagement. S. erhielt 1869 das Ritterkreuz der Eisernen Krone III. Kl., 1889 das Komturkreuz des Franz Joseph-Ordens und war Träger des goldenen Verdienstkreuzes.

L.: NFP, 18. 2. 1900; I. Fried, Das Metropolitankapitel zu St. Stephan in Wien … 1722–1900, phil. Diss. Wien, 1952, S. 167f.; G. M. Hahnkamper, Der Wr. Gmd.rat zwischen 1861 und 1864, phil. Diss. Wien, 1973, S. 558; A. Meixner, Der Wr. Gmd.rat in den Jahren 1864–68, phil. Diss. Wien, 1975, S. 404; AVA, UA, WStLA, alle Wien.
(D. Angetter)   
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 13 (Lfg. 61, 2009), S. 290
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