Stohl, Franz (1799–1882), Maler

Stohl Franz, Maler. Geb. Wien, 27. 3. 1799; gest. ebd., 3. 6. 1882; röm.-kath. Die Familie S. stammte ursprüngl. aus Südmähren. Sohn des Hofbeamten Johann (geb. 16. 4. 1770; gest. Gießhübl, NÖ, 7. 3. 1845), Bruder von Michael, Vater von Heinrich (beide s. d.), Lukas (s. u. Heinrich S.) und Marie S. (s. u.), Schwiegervater von Schrotzberg (s. d.). – S., der schon in der Kindheit große Begabung für Malerei und Musik zeigte, besuchte die Normalschule zu St. Anna und anschließend die Realschule, die er jedoch abbrach. 1813 wurde er vorerst Schreiber, dann Handlungsgehilfe, 1814 Bauamts-Praktikant bei der Gen.-Geniedion., 1815 Fortifikations-Fourier, 1818 Kanzlist bei der fürstl. Schwarzenberg. Hof-(Zentral-)Kanzlei in Wien, 1833 Expeditor; 1859 krankheitshalber i. R. Ab 1815 nahm S. Unterricht an der ABK in der Landschaftsschule bei Mössmer (s. d.) und frequentierte 1827/28 Historienzeichnung an der ABK. I. d. F. fungierte er – zusätzl. zu seiner berufl. Tätigkeit – als Zeichenlehrer im Hause Schwarzenberg. S. erhielt auch Porträtaufträge von Adelsfamilien (z. B. Windisch-Graetz) und fertigte auf seinen Dienstreisen Kopien der zahlreichen Ahnenbilder der fürstl. Familie an, die er als Vorlage für seine gem. mit seinem Bruder Michael erstellte – mit der Goldenen Medaille für Kunst und Wiss. ausgez. – Lithographiensmlg. „Ahnensaal der Fürsten von Schwarzenberg“, 1853, verwendete. S. unternahm mehrere Stud.reisen: 1833 Passau und München, 1839 Dresden und Leipzig, 1850 Venedig, 1855 Paris und London. Er war mit zahlreichen Künstlern befreundet, so mit M. v. Schwind und Ludwig Ferdinand Schnorr v. Carolsfeld (beide s. d.); eine lebenslange Freundschaft verband ihn ab 1819 mit dem Schriftsteller und Diplomaten Jacob Nicolaus Craigher. S.s Töchter Eleonore (geb. Wien, 1. 3. 1832; gest. 23. 7. 1873; röm.-kath.) und Sidonie S. (geb. Wien, 12. 8. 1830; gest. Steglitz, Preußen / Berlin, Dtld., 18. 11. 1895) waren nacheinander mit Schrotzberg verehel. Beide waren musikal. sehr begabt. Eine weitere Tochter, Marie S. (geb. Wien, 2. 2. 1828; gest. ebd., 8. 4. 1919), erhielt Klavierunterricht von Josef Leschetizky und unterrichtete 1844–64 Klavier im fürstl. Liechtensteinschen Hause; ab 1866 war sie mit dem Off. Ludwig Frh. v. Vogelsang verehel.

L.: Fuchs, 19. Jh.; Thieme–Becker; Wurzbach; W. Berger, in: Unsere Heimat 26, 1955, S. 187; F. S. und seine Familie, ed. W. Soyka, 1970 (m. B., Ms., Dokumentation lebensgeschichtl. Aufzeichnungen, Inst. für Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Univ. Wien); ders., L. und M. Vogelsang, 1970 (m. B., Ms., ebd.); A. Schnöller – H. Stekl, in: Schwarzenberg. Almanach 1990, 38, 1990, S. 10ff. (m. B., auch von Michael und Heinrich S.); dies., in: Von Bürgern und ihren Frauen, ed. M. Friedrich – P. Urbanitsch, 1996, S. 69ff.; Johann II. von und zu Liechtenstein …, Wien 2003, S. 292 (Kat.).
(Ch. Gruber)   
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 13 (Lfg. 61, 2009), S. 300
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