Stohl, Heinrich (1826–1889), Maler

Stohl Heinrich, Maler. Geb. Wien, 4. 8. 1826; gest. Waidhofen an der Ybbs (NÖ), 24. 11. 1889; röm.-kath. Sohn von Franz, Neffe von Michael (beide s. d.), Bruder von Lukas (s. u.) und Marie S. (s. u. Franz S.). – S. stud. ab 1841 an der Wr. ABK, 1847 setzte er seine Ausbildung an der Münchner ABK fort. Danach kehrte er nach Wien zurück, ging jedoch 1850 nach Triest, 1852 nach Venedig zu dem Aquarellisten Carl Werner, bei dem er auch wohnte. Hier wurde er Mitgl. der Malerkolonie, der u. a. L. J. Passini (s. d.) angehörte, mit dem er enge Freundschaft schloß. 1863 hielt er sich wieder in Wien, 1865 in Verona, 1871 in Florenz auf. S., dessen Arbeiten von der Aristokratie und dem K.haus. angekauft wurden, war ein vielseitiger Architektur-, Interieur-, Tier-, Porträt-, Kirchen- und Schlachtenmaler sowie Kopist und Lithograph. Er führte ein Wanderleben und war nur selten an einem Ort seßhaft, am längsten in Venedig; ab 1871 lebte er in Waidhofen. 1868 wurde S. Mitgl. der Genossenschaft der bildenden Künstler Wiens (Künstlerhaus). Seine Arbeiten stellte er ab 1854 im österr. Kunstver. aus; im Wr. Künstlerhaus war er nur selten vertreten. Seine Werke befinden sich, reisebedingt verstreut, v. a. in Dtld. und Italien. Sein Bruder Lukas S. (geb. Wien, 24. 5. 1829; gest. ebd., 10. 11. 1896; röm.-kath.) stud. nach Absolv. des Knabenkonvikts in Salzburg ab 1847 Med. an der Univ. Wien, 1849 in Prag und ab 1850 wieder in Wien; 1855 Dr. med., Mag. obstet. Zunächst im AKH Wien tätig, wurde Lukas S. 1859 Haus- und Leibarzt der Fürstin Mathilde Schwarzenberg, Tochter von Josef II. Fürsten zu Schwarzenberg (s. d.). In seiner Freizeit befaßte er sich v. a. mit Botanik und legte umfangreiche Pflanzensmlgg. an.

W.: Altar della Croce in der Marcuskirche zu Venedig, 1855; Palazzo Pesaro in Venedig; Piazza Santa Anastasia in Verona; Piazza delle Erbe in Verona; Lithographien nach Ranftl; etc.
L. (tw. auch für Lukas S.): Fuchs, 19. Jh.; Fuchs, Erg.Bd.; Thieme–Becker; Wurzbach (m. tw. W.); Franz S. und seine Familie, ed. W. Soyka, 1970 (m. B., Ms., Dokumentation lebensgeschichtl. Aufzeichnungen, Inst. für Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Univ. Wien); ders., L. und M. Vogelsang, 1970 (m. B., Ms., ebd.); Johann II. von und zu Liechtenstein …, Wien 2003, S. 230, 291f. (Kat.); UA, WStLA, beide Wien.
(W. Aichelburg – D. Angetter)   
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 13 (Lfg. 61, 2009), S. 300f.
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