Stojowski, Michał (1763–1840), Jurist

Stojowski Michał, Jurist. Geb. vermutl. Żółków, Galizien (Polen), 1763; gest. Pódgorze, Galizien (Kraków, Polen), 27. 3. 1840. Aus einer alten Adelsfamilie stammend, Sohn von Józef S., Gutsbesitzer in Potok und Richter in Pilzno. – S. stud. vermutl. an der Univ. Wien Jus und war ab etwa 1789 als Landrat am Adelsgericht in Tarnów tätig. 1796–1806 war er Appellationsrat am Appellationsgerichtshof für Westgalizien in Krakau. Nach seiner Übersiedlung nach Wien wurde er 1806 HR an der Obersten Justizstelle, 1809 Kämmerer. Als Mitgl. der Hofkomm. in Gesetzgebungssachen war er an den Vorbereitungen für das neue Allg. Bürgerl. Gesetzbuch beteiligt, das 1811 verlautbart wurde. Im Auftrag der österr. Regierung übers. er dieses unter dem Titel „Księga ustaw cywilnych wszystkich niemiecko-dziedzicznym krajom monarchii austriackiej powszechną“ (1811) ins Poln., womit der Anstoß für die Beschäftigung mit zivilrechtl. Problemen in Polen gegeben war. Nach dem Tod seines Vaters erbte S. das Gut in Potok, das er jedoch seinem Halbbruder Jan Kanty S. (1786 – nach 1846) überließ, der Hptm. in der österr. Armee war. 1817 wurde S. in den Galiz. Stand aufgenommen und ließ sich für längere Zeit in Lemberg (L’viv) nieder. 1829 i. R., übersiedelte er nach Krakau. S. wurde der Titel eines Landesvizemarschalls verliehen, um 1836 wurde er Erztruchseß des Kg.reichs Galizien und Lodomerien. Den ihm zugedachten Gf.titel lehnte er ab. S. war einer der ersten Polen, die im österr. Justizwesen in hohe Positionen gelangten.

L.: PSB (m. L.); M. F. Maasburg, Geschichte der obersten Justizstelle in Wien …, 1879, s. Reg.; K. Estreicher, Bibliografia polska 19. stolecia 7, 1882; J. S. Dunin Borkowski, Polacy dygnitarzami austriackimi, 1890, S. 13; A. Bogusz, Karty z dziejów wsi Smarżowy i Siedlisk powiatu pilzneńskiego ... (1686–1846), 1904, S. 17, XIII; K. Sójka-Zielińska, Wielkie kodyfikacje cywilne w XIX w., 1970; T. S. Marek, in: Studia Historyczne 23, 1980, S. 463ff.
(E. Orman – K. Weisswasser)   
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 13 (Lfg. 61, 2009), S. 307
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