Stolz, Ignaz d. Ä. (1840–1907), Maler

Stolz Ignaz d. Ä., Maler. Geb. Tramin, Tirol (Termeno/Tramin, Italien), 23. 1. 1840; gest. Bozen, Tirol (Bolzano/Bozen, Italien), 10. 9. 1907; röm.-kath. Sohn eines Chirurgen und Wundarztes, Vater der Maler Albert (s. d.), Ignaz d. J. und Rudolf S. – S. erhielt eine Ausbildung zum Zimmermaler und ließ sich nach den Wanderjahren 1864 in Bozen nieder, wo er i. d. F. eine florierende Malerwerkstatt unterhielt, die zeitweise bis zu 30 Lehrlinge und Gesellen beschäftigte. In dieser fertigte er – neben Maler- und Lackiererarbeiten – Schrifttafeln, Urkunden und Schützenscheiben. Auf Vermittlung Karl Mosers d. Ä., der auch den Kontakt zu Defregger (beide s. d.) herstellte, schuf S. Bühnenmalereien für das Bozener Stadttheater. Daneben erhielt er Aufträge für – nazaren. geprägte – Kirchendekorationen und fertigte 1890 einen großformatigen, leuchtend farbigen Zyklus der Kreuzwegsbilder nach Vorlage von J. v. Führich (s. d.) für die Pfarrkirche in Jenesien (San Genesio Atesino). S., als Dekorations- und Landschaftsmaler Autodidakt, arbeitete in Öl, Fresko und Tempera. Neben volkstüml. Bildern für Gasthäuser gehören romant. Landschaftsdarstellungen, die er in Südtirol, Dtld. und Amerika verkaufte, aber auch Blumen- und Früchtestilleben sowie heimatl. Genrebilder zu seinem Œuvre.

L.: Innsbrucker Nachrichten, 12. 9. 1907; Fuchs, 19. Jh.; Thieme–Becker; J. Garber, in: Der Schlern 7, 1926, S. 3ff. (m. B.); K. Th. Hoeniger, ebd. 21, 1947, S. 34ff. (m. B.); ders., Südtiroler Volksleben in 170 Gemälden und Zeichnungen von Albert S. …, 1951, S. 5ff. (m. B.); C. Kraus, Ich habe schon sehr gute Porträts gemalt. Ignaz S. 1868–1953, 1996, S. 11ff.; W. Marzari, Die Herz-Jesu-Kirche in Bozen, 1998, S. 430; M. Hölzl Stifter, Nazarener – Historismus. Sakrale Wandmalerei in Südtirol 1820–1914, phil. Diss. Innsbruck, 2000, S. 399f.
(E. Hastaba)   
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 13 (Lfg. 61, 2009), S. 317
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