Storch, Franz de Paula d. Ä. (1763–1838), Mediziner

Storch Franz de Paula d. Ä., Mediziner. Geb. Hermsdorf, Böhmen (Heřmanice u Žandova, Tschechien), 13. 10. 1763; gest. Glanegg (Sbg.), 12. 2. 1838; röm.-kath. Aus ärml. Verhältnissen stammend, Vater von Franz de Paula S. d. J. (s. d.). – S. stud. Med. an den Univ. Prag und Wien; 1792 Dr. med. in Wien. 1792–1801 Physikus im Lungau, war er 1801–04 Primararzt am St. Johanns-Spital in Salzburg. 1804 trat er die Stelle eines Landschaftsphysikus und Badearztes in Wildbad Gastein (Bad Gastein) an, die er bis zu seinem Tod bekleidete. Während seiner Amtszeit wurden in Gastein wichtige Baumaßnahmen, wie die Errichtung einer Thermalwasserleitung nach (Bad) Hofgastein, durchgeführt, welche die Grundlage für die später überregionale Bedeutung des Kurorts bilden sollten. S. war nicht nur Kurarzt, sondern therapierte seine Patienten auch mit seiner eigens angelegten Hausapotheke. In seiner Eigenschaft als Badearzt korr. er mit bedeutenden Persönlichkeiten seiner Zeit, darunter 1824 mit Goethe. 1793 Tit. HR, 1802 Med.rat, wurde er 1825 mit dem Ritterkreuz des Zivilverdienstordens der bayer. Krone ausgez. 1812 kaufte S. das Schloß Glanegg und ließ am Fuß des Schloßhügels eine Kapelle errichten.

L.: Salzburger Intelligenz-Bl., 6. 3. 1802; J. Mitterdorfer, Gastunia oder Taschenbuch für Gasteins Kurgäste …, 1820, S. 75, 169f.; J. F. Trimmel, Reise-Hdb. für Kranke oder Naturfreunde welche das Thal und Wildbad Gastein … zu besuchen wünschen, 2. Aufl. 1832, s. Reg.; H. Zimburg, in: Bad Gasteiner Badebl. 15, 1955, Nr. 12, S. 119ff.; M. Waenzler, Necrolog. F. d. P. S., der Arzney-Wiss. Dr., k. k. Med.rath und Bade-Arzt in Gastein, o. J.; UA, Wien; Pfarramt Graber (Kravaře), Tschechien; Mitt. Marie Makariusová, Praha, Tschechien.
(G. Dohle – O. Dohle)   
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 13 (Lfg. 61, 2009), S. 324f.
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