Storek, Edwin (1888–1944), Fabrikant und Techniker

Storek Edwin, Fabrikant und Techniker. Geb. Brünn, Mähren (Brno, Tschechien), 26. 8. 1888; gest. ebd., 16. 8. 1944. Enkel von Ignaz S. (s. u. Heinrich S.), Sohn von Heinrich (s. d.), Bruder von Dr. techn. Gerhard (geb. Brünn, 27. 9. 1889; gest. Düsseldorf, Dtld., 11. 2. 1956), DI Heinz (geb. Brünn, 14. 2. 1892; gest. Linz, OÖ, 20. 12. 1952) und DI Herbert S. (geb. Brünn, 2. 6. 1899; gest. München, Dtld., 17. 2. 1990). – Nach der Matura (1906) und dem Einjährig-Freiwilligenjahr stud. S. bis 1913 an der dt. TH Brünn Maschinenbau und kam dort in Kontakt mit V. Kaplan (s. d.). Von dessen Ideen begeistert, veranlaßte er seinen Vater, Kaplan bei der Einrichtung eines Turbinenlaboratoriums an der TH Brünn großzügig zu unterstützen, während er selbst bis 1912 an Kaplans Versuchen mitarbeitete. Nach dem Tod des Vaters, 1918, übernahm S., der seine Kenntnisse u. a. auf Stud.reisen in den USA erweitert hatte und wichtige Patente auf dem Gebiet des Stahlgusses besaß, die Gesamtleitung der Brünner Fa. Ignaz S., Stahlhütte, Eisen- und Tempergießerei und Maschinenfabrik, während sein Bruder Gerhard die Leitung der Gießereien innehatte. Aufgrund des Erfolgs der ersten, noch unter Heinrich S. begonnenen Kaplan-Turbine nahm das Unternehmen in Zusammenarbeit mit Kaplan den Bau der S.-Kaplan-Turbine auf. Unter Einsatz großer finanzieller Mittel gelang es bis 1923, techn. Rückschläge, die insbes. durch das Kavitationsproblem verursacht worden waren, zu überwinden, sodaß die Fa., in die auch die beiden anderen Brüder eingetreten waren, auf dem Gebiet des Kaplan-Turbinenbaus eine führende Stellung erlangte. S. engagierte sich ferner im polit. und kulturellen Leben seiner Heimatstadt und war u. a. Mitgl. der HGK, des mähr. LT sowie Vizepräs. des Mähr.-Schles. Autoclubs. Nach seinem Tod übernahm Gerhard S. die Leitung des Unternehmens. Das Werk, das 1944 rund 1.500 Beschäftigte zählte und seine Stahlerzeugnisse europaweit vertrieb, wurde 1945 bei einem Bombenangriff zerstört, Gerhard, Heinz und Herbert S. wurden enteignet und mußten die Tschechoslowakei verlassen. Ihre Arbeit an der Entwicklung der Kaplan-Turbine setzten sie in eigenen Fa. in München und Linz fort.

W.: Über die Entwicklung des Kaplanturbinenbaues, in: HDI-Mitt. 26 (16), 1938.
L.: Köpfe der Politik …. Tschechoslowak. Republik, 1936 (m. B.); Bll. für Technikgeschichte 15, 1953 (m. B.); Brünner Heimatbll. 8, 1956, S. 141; Giesserei. Z. für das gesamte Giessereiwesen 43, 1956, S. 152; Eine Stadt als Vermächtnis. Das Buch vom dt. Brünn, 2. Aufl. 1959, S. 315f., 321f.; Lex. bedeutender Brünner Dt. 1800–2000, ed. E. Pillwein – H. Schneider, 2000, S. 185f.; M. Gschwandtner, Aurum ex aquis. V. Kaplan und die Entwicklung zur schnellen Wasserturbine, phil. Diss. Salzburg, 1–2, 2006, passim (m. B.); Techn. Mus., Wien.
(E. Lebensaft – E. Offenthaler)   
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 13 (Lfg. 61, 2009), S. 327f.
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