Stradal, Emmy (Emilie); geb. Ecker, Ps. Sophie Waydhoff (1877–1925), Politikerin

Stradal Emmy (Emilie), geb. Ecker, Ps. Sophie Waydhoff, Politikerin. Geb. Wolkersdorf (Wolkersdorf im Weinviertel, NÖ), 28. 10. 1877; gest. Wien, 21. 11. 1925; röm.-kath. Tochter eines Notars in Stockerau, Mutter des Publizisten Otto S. (1911–1982), ab 1897 verehel. mit dem Oberbaurat DI Adalbert Gustav S. – S., die die Bürgerschule in Stockerau absolv. hatte, war zunächst Hausfrau. Ihr polit. Engagement begann 1919 auf einer Versmlg. des Nationaldemokrat. Volksver. Hietzing, dessen Frauenortsgruppe sie i. d. F. aufbaute. Bei den NR-Wahlen 1920 zog S. für die neuformierte Großdt. Volkspartei (GdVP) in den Nationalrat ein. Ihre polit. Funktionen reichten von der Vors. des Reichsfrauenausschusses der GdVP über einen Sitz in der Reichsparteileitung (1920) und im Parteivorstand (1921–24) bis zur Obmannstellv. der GdVP (1925), der Obfrau des Reichsverbands dt. Frauenver. (1923) sowie der Obmannstellv. des Dt. Verbands für Jugendwohlfahrt. 1921 war S. Mitbegründerin des Verbands dt. Frauen „Volksgemeinschaft“. Als Abg. wurde sie 1920 in den Ernährungsausschuß, in den Ausschuß für soziale Verwaltung sowie 1923 in den Sonderausschuß zur Beratung von Maßnahmen zum Schutz der Kleinrentner gewählt. Sie gehörte zu jenen, die die Verstaatlichung der Mädchenschulbildung forderten, was 1921 mit der Einführung des Schultyps der Frauenoberschule auch umgesetzt wurde. S. übte ihr erstes Mandat bis November 1923 aus, im November 1925 sollte sie erneut ins Parlament einziehen, verstarb jedoch kurz davor. Auch schriftsteller. tätig, veröff. sie u. a. Erz. in der Z. „Die deutsche Frau“.

L.: Wr. Neueste Nachrichten, 22., 27. 11. 1925; F. Wolfram, in: Freie Argumente 17, 1990, H. 4, S. 53ff.; G. Hauch, Vom Frauenstandpunkt aus, 1995, s. Reg. (m. B.); J. Gehmacher, „Völkische Frauenbewegung“, 1998, s. Reg., bes. S. 92ff.; G. Hauch, Frauen bewegen Politik, 2009, s. Reg. (m. B.); WStLA, Wien.
(T. Scheer)   
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 13 (Lfg. 61, 2009), S. 340
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