Straszewski, Florian (1767–1847), Gutsbesitzer und Mäzen

Straszewski Florian, Gutsbesitzer und Mäzen. Geb. Kocmyrzów (Polen), 2. 9. 1767; gest. Krakau, Galizien (Kraków, Polen), 2. 3. 1847. Sohn eines Gutbesitzers, Schwager von Dembiński (s. d.). – S. genoß eine gute Ausbildung und erbte nach dem Tod des Vaters dessen Gut. 1797 heiratete er Józefa Misiewska, die das Landgut Irządze bei Tschenstochau in die Ehe mitbrachte. Nach dessen Verkauf 1803 erwarb er das Landgut Boguchwała im Kreis Rzeszów, das er bis 1823 besaß. Nach dem Tod seiner ersten Frau 1810 heiratete er 1817 Marianna Dembińska und zog nach Krakau, wo er bald gesellschaftl. Ansehen erwerben konnte und sich sozial sehr engagierte. 1818 wurde er zum Vizepräs. der landwirtschaftl. Ges. Towarzystwo Agronomiczne und im selben Jahr in die Landwirtschaftl. Komm. der Freien Stadt Krakau gewählt. 1821 erhielt er nach einer öff. Auktion den Pachtvertrag für die staatl. Zahlenlotterie auf sechs Jahre. Er beteiligte sich an Radwańskis (s. d.) Idee zur Gestaltung der Planty, einer Gartenanlage an der Stelle der ehemaligen Stadtmauern, und entwarf mit Paweł Florkiewicz 1821–22 die Pläne für die Entwässerung und Ebnung des Terrains, die Baumpflanzung und die Errichtung von Alleen. 1822 gründete er ein Komitee für die Verschönerung Krakaus und wurde Mitgl. des Komitet Ekonomiczny, das die Behörde für Bauwesen beriet. Nach Radwańskis Tod übernahm S. die Bauleitung der Planty und bezahlte die Arbeiter tw. aus seinem Privatvermögen. 1826 pachtete er die Krakauer Lotterie für weitere sechs Jahre und spendete den Gewinn für öff.-soziale Zwecke, v. a. für den Ausbau der Planty. Im folgenden Jahr wurde er als Repräsentant des Wahlbez. Pisary in den Gmd.rat der Freien Stadt Krakau gewählt. S. zählte zu den Initiatoren für den nach Tadeusz Kościuszko benannten Erdhügel unweit der Krakauer Altstadt. Nach dem Ausbruch des Novemberaufstands 1830 und der Bildung der Nationalgarde wurde er als einer von vier Führern vorgeschlagen, lehnte dies jedoch ab. 1841 führte S. die Aufsicht über die Arbeiten an der Begradigung des Terrains gegenüber dem Botan. Garten sowie über die Rekonstruktion der Smocza Jama, der Drachenhöhle unter dem Wawel. In seinem Testament stiftete er der Stadt Krakau 3.000 Dukaten für die Pflege der Planty. 1820 wurde er mit dem St.-Stanislaus-Orden III. Kl. ausgez.

L.: PSB (m. L.); Wurzbach; F. Klein, Planty krakowskie, 1911; K. Girtler, Opowiadania. Pamiętnik z lat 1832–57, 1–2, 1971; J. W. Louis, Urywki z dziejów i życia mieszkańców Krakowa, 1977, s. Reg.; A. Żeleńska-Chełkowska, F. Radwański senator Rzeczypospolitej Krakowskiej …, 1982, s. Reg.; B. Stępniewska, Tendencje i kształtowanie zieleni w wiekach XIX i XX w Europie, 1996; Enc. Krakowa, 2000; Archiwum Państwowe w Krakowie, Kraków, Polen.
(E. Orman)   
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 13 (Lfg. 61, 2009), S. 367
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