Streicher, Gustav; eigentl. August Streicher (1873–1915), Schriftsteller

Streicher Gustav (eigentl. August), Schriftsteller. Geb. Auerbach (OÖ), 2. 7. 1873; gest. Bad Hall (OÖ), 3. 8. 1915. Sohn eines Schulleiters. – S. besuchte u. a. das Gymn. in Freistadt und die Handelsakad. in Linz. 1897 war er Red. bei den „Deutschen Wochenblättern“ in Braunau, widmete sich jedoch danach ausschließl. der literar. Produktion. Er schloß sich der vorwiegend dt.national ausgerichteten Literaturges. Pan in Linz, wo er 1902–04 auch wohnte, an und schrieb u. a. Beitrr. für den „Kyffhäuser“. Mit seinem Dialekt-Volksstück „Am Nikolotage“ (1902) und dem Bauernkriegsdrama „Stephan Fadinger“ (1903) hatte S. erste literar. Erfolge. Ab 1904 lebte er in Salzburg. Mit Georg Trakl freundschaftl. verbunden, konnte er zwei von dessen Einaktern an das Stadttheater vermitteln. 1908 übersiedelte S. nach Wien. Zwei Versdramen unter dem gem. Titel „Die Macht der Toten“ (1910), die auch Interesse bei J. G. I. Kainz (s. d.) hervorriefen, und das mit dem Dt. Theaterpreis ausgez. Märchendrama „Traumland“ (1913) brachten ihm Achtungserfolge. S. schrieb anfangs in der Tradition der Heimatkunst, wandte sich später jedoch dem Symbolismus zu. Er starb während eines Kuraufenthalts an Tuberkulose.

W. (auch s. u. Krackowizer): Die Perle des Kurortes, 1896; Das Märchen vom Glück, 1897; Bestimmung, 1899; Die Schürze, 1904 (gem. m. A. Huber); Das Geschlecht Hagenstorf, 1910; Weltherrschaft, o. J.; etc.
L.: G. Tr[akl], in: Sbg. Volksbl., 16. 2. 1908; NFP, 5., 10. 3. 1910, 14. 12. 1915; Brümmer; Giebisch–Gugitz; Kosch; Krackowizer; Nagl–Zeidler–Castle 4, s. Reg. (m. B.); H. Wimmer, Geschichte des Dramas in OÖ …, phil. Diss. Wien, 1925, S. 71ff.; K. E. Baumgärtl, in: Oö. Männergestalten aus dem letzten Jh., ed. E. Straßmayr, 1926, S. 152ff. (m. B.); H. Ebner u. a., Literatur in Linz, 1991, s. Reg.; Sbg. Kulturlex., ed. A. Haslinger – P. Mittermayr, 2. Aufl. 2001.
(N. Czifra)   
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 13 (Lfg. 62, 2010), S. 387
<=  S. 1 =>
<=  S. 1 =>