Streicher, Joseph (1806–1867), Bildhauer

Streicher Joseph, Bildhauer. Geb. Innsbruck, Bayern (Tirol), 1806; gest. ebd., 16. 9. 1867. Aus ärml. Verhältnissen, Sohn eines Schauspielers. – S. lernte ab 1820 für drei Jahre Bildhauerei bei F. X. Renn (s. d.) in Imst, 1826–29 wurde ihm durch Stipendien ein Stud. an der ABK in München ermöglicht. Als Schüler Ludwig v. Schwanthalers beteiligte er sich bereits 1826 mit dem Basrelief „Akt nach der Natur“ an der Jahresausst. der Akad., in seinem dritten Stud.jahr lernte er zusätzl. bei dem Erzgießer und Bildhauer Johann Bapt. Stiglmaier. Nach Innsbruck zurückgekehrt, fand er sein Hauptbetätigungsfeld im Herstellen von Grabmonumenten (u. a. für die Familie A. Frh. v. Dipaulis, s. d.), wobei ihm der Wandel im Zeitgeschmack – Grabkreuze wurden durch Steinmonumente verdrängt – entgegenkam. Zu seinen wichtigsten Arbeiten zählen die Ornamentik für das Grabmal der gefallenen Landesverteidiger in der Innsbrucker Hofkirche sowie zu einem Denkmal für die in den Kämpfen 1848/49 in Italien gefallenen Kaiserjäger.

Weitere W.: Basreliefs: Maria mit dem göttl. Kinde und der Hl. Katharina, Madonna mit Kind, beide 1827; Hl. Elisabeth Almosen spendend, 1834; Amor und Psyche, 1828; Glaube, Hoffnung und Liebe, 1830 (Alabasterrelief); Porträtköpfe; etc.
L.: Bote für Tirol, 3. 2. 1848; Andreas Hofer. Wochenbl. für das Tiroler Volk, 12. 12. 1879; Thieme–Becker; Wurzbach (s. u. Nannette S.); K. Fischnaler, Innsbrucker Chronik 5, 1934, S. 229; E. Hastaba, in: Speicher des Gedächtnisses 1, ed. M. Csáky – P. Stachel, 2000, S. 177f.; ABK, München, Dtld.; Mitt. Eleonore Gürtler, Innsbruck, Tirol.
(E. Hastaba)   
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 13 (Lfg. 62, 2010), S. 389
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