Streußenberger (Streussenberger, Sträussenberger, Streißenberger), Franz (1806–1879), Maler

Streußenberger (Streussenberger, Sträussenberger, Streißenberger) Franz, Maler. Geb. Timelkam (OÖ), 12. 2. 1806; gest. Ried (Ried im Innkreis, OÖ), 7. 6. 1879; röm.-kath., ab 1871 altkath. Sohn des Malers und Musikers Anton (1784–1835), Bruder des Malers Paul S. (geb. Timelkam, 1810; gest. 1897), der u. a. für die Pfarrkirche in Oberthalheim und Timelkam arbeitete, Vater der Mundartschriftstellerin Scheibl (s. d.). – S., dessen künstler. Begabung schon früh erkannt wurde, absolv. eine vierjährige Lehre bei dem Kunstmaler Franz Müller in Gmunden, 1824–29 stud. er – finanziert durch einen Gönner – an der Wr. ABK (1826 Gundel-Preis; mit dieser Ausz. war auch die vollständige Befreiung vom Militärdienst verbunden). Bis 1837 arbeitete S. als Porträt- und Miniaturenmaler in Wien, dann in München, Linz und Wels. 1840 übersiedelte er nach Frankenburg am Hausruck, wo er sich gem. mit Franz Pausinger um die Wiederbelebung der Glasmalerei bemühte; ab 1848 war er in Ried tätig. S. führte v. a. kirchl. Aufträge (u. a. das Altarbild in der bischöfl. Hauskapelle in Linz für Bischof Rudigier, s. d.) und Restaurierungsarbeiten aus. Für den barocken Kirchenraum der Pfarrkirche von Mittersill schuf er 1840 einen Glasgemäldezyklus, der sowohl Elemente der got. Glasmalerei als auch der zeitgenöss. Ölmalerei in sich vereinigte. Aufgrund seines Übertritts zur altkath. Kirche blieben diese Aufträge schließl. aus, und S. wandte sich wieder vermehrt der Porträtmalerei zu. In seinen Arbeiten weist er eine stilist. Verwandtheit mit Kestler (s. d.) auf.

Weitere W.: Krönung Mariens mit den Hll. Heinrich und Kunigunde, 1860 (Pfarrkirche, Kirchberg bei Mattighofen); Hl. Nikolaus, 1862 (St. Nikola, Pram); Hll. Anna mit Joachim und Maria (Pfarrkirche, Ried im Innkreis); Der gefährl. Krebs, Bräuerin A. Plenninger, Kreuzigungsgruppe (alle Mus. Innviertler Volkskde.haus, Ried im Innkreis); etc.
L.: Rieder Volksztg., 24. 1. 1980; Fuchs, 19. Jh.; Krackowizer; Thieme–Becker; S. Scheibl, in: Rieder Heimatkde. 9, 1916, S. 133ff. (m. B.); dies., in: Innviertler Heimatkal. 1917, (1916), S. 73ff. (m. B.); F. Martin, Kunstgeschichte von Sbg., 1925, S. 207; F. Berger, Ried im Innkreis, 1948, S. 378f.; M. Kristan, in: Österr. Z. für Kunst und Denkmalpflege 42, 1988, S. 76ff.; F. Steinböck, Pram. Geschichte – Geschichten – Bilder, 1993, S. 32ff.; Lebenswelten – Alltagsbilder, Linz 1993, S. 48f., 216f. (Kat.); S. Baumgartner, Das Innviertler Volkskde.haus Ried im Innkreis, 1994, S. 60f.; S. Offenberger, in: Der Bundschuh 10, 2007, S. 125ff. (m. B.); altkath. Kirchengmd., Linz, OÖ; ABK, Wien.
(S. Frohmann)   
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 13 (Lfg. 62, 2010), S. 400
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