Strictius, Ludwig (1837–1916), Bildhauer

Strictius Ludwig, Bildhauer. Geb. Wien, 21. 12. 1837; gest. ebd., 19. 1. 1916; röm.-kath. Nach Absolv. der Realschule lernte S. privat bei einem Bildhauer und spezialisierte sich künstler. i. d. F. auf Dekorationsarbeiten. Bes. Bedeutung erlangte er durch seine Mitwirkung an den Projekten von F. Fellner d. J. und H. Helmer (beide s. d.), für deren zahlreiche Theaterbauten er Bildhauerarbeiten übernahm. So schuf er u. a. Stuck- und ornamentale Bildhauerarbeiten für das Metropoltheater in Berlin (1891–92), für das Somossy-Orfeum in Budapest (1893–94), dekorative Plastik für das Dt. Volkstheater in Wien (1888–89), das Nationaltheater in Jassy/Iaşi (1894–96) sowie für das Stadttheater in Graz (1898–99) und Stuckarbeiten für das Neue Dt. Theater in Prag (1886–87). Daneben übernahm er Dekorationsarbeiten für das Hotel der Südbahnges. in Abbazia (Opatija) sowie für mehrere Bahnhöfe und Privathäuser. Mit seinen Werken leistete S. einen wichtigen Beitrag zur Wr. Ringstraßenarchitektur.

L.: Die Wr. Ringstraße 4, 11, s. Reg.; Eisenberg 1; Kosel 1; Thieme–Becker; Der Humorist 9, 1889, Nr. 17–18 (m. B.); H.-Ch. Hoffmann, Die Theaterbauten von Fellner und Helmer, 1966, s. Reg.; Wien 1850–1900. Welt der Ringstrasse, Wien 1973, S. 53 (Kat.); WStLA, Wien.
(S. Krasa)   
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 13 (Lfg. 62, 2010), S. 403
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