Strohmayer, Anton (1848–1937), Kontragitarrist und Klarinettist

Strohmayer Anton, Kontragitarrist und Klarinettist. Geb. Lichtental, NÖ (Wien), 25. 1. 1848; gest. Wien, 20. 12. 1937. Sohn von Alois S. (s. d.). – Mit 12 Jahren vom Vater zum Aufspielen mitgenommen, trat S. erstmals beim „Grünen Jäger“ im Wr. Prater auf. 1862 musizierte er mit Johann (s. d.), Kaspar und Joseph Schrammel (beide s. u. Johann Schrammel) in Hernals (Wien 17), ab 1866 mit Georg Dänzer und Josef Turnofsky, ab 1873 im Wr. National Quartett, 1877 im Ersten Wr. National Quintett und ab 1878 mit Johann und Joseph Schrammel im erfolgreichen Nußdorfer Terzett (Gebrüder Schrammel und S.), das durch die Aufnahme Dänzers 1884 zum Quartett Gebr. Schrammel, Dänzer und S. erweitert wurde. Nach der Trennung von den Brüdern Schrammel 1892 entstand das Quartett Dänzer und S. 1893 konzertierte S. auf der Weltausst. in Chicago mit Bela Kürty und Johann Wächter (Geigen), Dänzer (G-Klarinette und Posthorn), seinem Sohn Willy S. (Gitarre und Harmonika) sowie den Sängern Marie Kiesel (s. Koerber M. v.), Gusti Reverelli, Georg Edler, Brüder Hirsch und dem Kunstpfeifer Hans Tranquillini („Baron Jean“) als Quintett Dänzer und S. 1895 erwarb er eine Singspielhallen-Konzession und spielte als Klarinettist im Wr. Spezialitäten-Quartett A. S., 1905 musizierte er im Maxim-Quartett; die spätere Mitwirkung in diversen S.-Ensembles ist ungewiß. S., der auch Geige spielte, zog sich früh vom aktiven Musizieren zurück. Nach dem Tod Dänzers (1893), mit dem er oft in Duetten aufgetreten war, galt er als letzter Vertreter der G-Klarinette. Seine eigentl. Bedeutung liegt aber in der Mitwirkung als Kontragitarrist im Ensemble der Brüder Schrammel. Musikal. erfolgreich waren auch zwei von S.s Söhnen: Willy S. (1875–1959) als Harmonikaspieler und Sänger, Franz S. (1881–1948) als Liedersänger.

L.: Neuigkeits-Welt-Bl., 24. 5. 1931, 22. 12. 1937 (beide m. B.); oeml (Familienartikel); A. Stern, in: Komödie 2, 1921, Nr. 13, S. 3f. (m. B.); H. Mailler, Schrammel-Quartett, 1943, passim (m. B.); Radio Wien, 1946, H. 16, S. 8; G. Stradner, in: Studia Organologica, ed. F. Hellwig, 1987, S. 446; M. Egger, Die „Schrammeln“ in ihrer Zeit, 1989, s. Reg. (m. B.); Wien. Musikgeschichte 1, Volksmusik und Wienerlied, ed. E. Th. Fritz – H. Kretschmer, 2006, s. Reg.; K. Dieman Dichtl-Jörgenreuth, Schrammelmusik – Schrammelwelt, 2007, s. Reg. (m. B.).
(E. Weber)   
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 13 (Lfg. 62, 2010), S. 421f.
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