Stubel, Eleonora (Lori, Lory); verehel. Kleinmond (1848–1922), Sängerin und Schauspielerin

Stubel Eleonora (Lori, Lory), verehel. Kleinmond, Sängerin und Schauspielerin. Geb. Hof (?), Krain (Dvor, Slowenien), 20. 2. 1848; gest. Wien, 21. 6. 1922; röm.-kath. Tochter eines Herrschaftsbeamten, Schwester von Eugenie (Jenny), Ludmilla (Milli) Hildegard(e), Marie (alle s. u.) sowie des Tänzers Kamillo (geb. Wien, 30. 9. 1854; gest. ebd., 20. 1. 1904) und des Schauspielers Ernst S. (geb. um 1840; gest. September 1875), ab 1884 verheiratet mit dem Sänger Emil Fabbiani Kleinmond (auch Edmondo Fabbiani-S., eigentl. Emil Josef Kleinmond) (geb. Mainz, Hessen-Darmstadt/Dtld., 13. 8. 1851; gest. Wien, 22. 9. 1915). – Nach Anfängen beim Hofopernballett 1863–67 sowie als Lokalsängerin am neugegr. Wr. Harmonietheater 1866–67 wurde S. Partnerin von J. Fürst (s. d.) in dessen Singspielhalle. 1869 debüt. sie am Theater an der Wien, wo sie in der Operette, im Volksstück und in der Posse auftrat. In den 1870er und 80er Jahren hatte S. ihre Glanzzeit und spielte u. a. am Frankfurter Victoria-Theater, am Armonia-Theater in Triest, 1883 am Alhambra Theatre in London, 1884 am Theater in der Josefstadt. In New York trat sie am Amberg Theatre und wiederholt am Thalia Theatre (erstmals 1885) auf, als Rosalinde in Johann Strauß’ „Die Fledermaus“ und in der Titelrolle von Franz v. Suppés „Boccaccio“, unternahm dann mit einer eigenen Truppe eine Nordamerikatournee und gab nach ihrer Rückkehr zahlreiche Gastspiele in Europa. Zuletzt war sie 1894–98 am Theater an der Wien im kom. Fach engag. Nach Ende ihrer Bühnentätigkeit eröffnete S. gem. mit ihrem Mann eine Blumenhandlung in Wien, dann in Monte Carlo, jedoch mit wenig Erfolg. Später gründete sie in Wien eine Ballett- und Theaterschule und soll sich auch als Übers. betätigt haben. Ihre Schwester Eugenie (Jenny) S. (geb. Wien, 1860; gest. Kierling, NÖ, 18. 8. 1893; röm.-kath.) trat schon als Kind im Ballett der Hofoper auf. Sie hatte ein Engagement am Harmonietheater in Wien, wechselte in Olmütz (Olomouc) ins Operettenfach und wurde dann für viele Jahre Mitgl. des Friedrich-Wilhelmstädt. Theaters in Berlin, wo sie bes. in der Titelrolle von Richard Genées „Nanon, die Wirtin vom goldenen Lamm“ erfolgreich war. Dazwischen gastierte sie 1881 in Riga, 1881/82 am Thalia Theatre in New York, gehörte danach dem Wr. Carltheater an und spielte auch am Berliner Walhalla-Theater. Ihre Schwester Ludmilla (Milli) Hildegard(e) S. (geb. Wien, 11. 9. 1852; gest. auf See, vermutl. 20./21. 7. 1890; röm.-kath.) war Ballettelevin am Kärntnertortheater in Wien und gehörte später dem Ballettkorps des Harmonietheaters und der Wr. Hofoper an. Sie war mit Erzhg. Johann Salvator (s. Orth Johann) liiert, den sie angebl. in London heiratete. Beide kamen ums Leben, als dessen Dreimaster „St. Margaret“ an der südamerikan. Küste 1890 in einen Sturm geriet und vermutl. sank. Eine weitere Schwester, Marie S. (geb. Hof, Krain / Dvor, Slowenien, 28. 1. 1845; gest. Wien, 25. 1. 1936; röm.-kath.), war ab 1866 mit dem Tänzer und Mimiker der Wr. Hofoper Vinzenz Nunziante (geb. Verona, Lombardo-Venetien/Italien, 15. 3. 1844; gest. Wien, 29. 4. 1899), ab 1917 mit dem Reg.Rat Hans Zwirner verehel. Sie gehörte dem Ballettkorps der Wr. Hofoper an, trat am Wr. Harmonietheater in kleinen Operettenpartien sowie in Lustspielrollen auf, zog sich jedoch früh von der Bühne zurück und eröffnete einen Salon für Theatergarderobe in der Seilerstätte (Wien 1). 1900 wurde sie Insp. für Kostüme am Theater an der Wien, später am Carltheater.

L.: NFP, 23., 24. 6. 1922; Neues Wr. Journal, 4. 2. 1936 (auch für die Schwestern, m. B. von Milli S.); Eisenberg, Bühne; Kat. der Portrait-Smlg.; Kosch, Theaterlex. (auch für die Schwestern); Kutsch–Riemens, 4. Aufl. 2003 (auch für die Schwestern); Das Harmonietheater, 1966, passim; R. Raab, Biograph. Index des Wr. Opernballetts ..., 1994 (auch für Kamillo S. und die Schwestern); WStLA, Wien. – Eugenie (Jenny) S.: Die Presse, NFP, NWT, 19. 8. 1893; Eisenberg, Bühne (s. u. Lori S.); Kat. der Portrait-Smlg.; (A. Raeder), Fünf Jahre des Friedrich-Wilhelmstädt. Theaters und Parks, 2. Aufl. (1888), passim; Rigaer Theater- und Tonkünstler-Lex. …, ed. M. Rudolph, 1889; Neuer Theater-Almanach 5, 1894, S. 200; Pfarramt, Kierling, NÖ; WStLA, Wien. – Ludmilla (Milli) Hildegard(e) S.: H. Schaffelhofer, J. Orth. Im Weltmeer verschollen, 1952, passim (auch für die Schwestern, m. B. aller); F. Weissensteiner, Ein Aussteiger aus dem K.haus: J. Orth, 1985, s. Reg. (auch für die Schwestern, m. B. von Milli und Lori S.); Die Habsburger, ed. B. Hamann, 2001 (s. u. Johann Nep. Salvator); F. Weissensteiner, in: salzkammergut, ed. R. Sandgruber, Linz 2008, S. 158f. (Kat., m. B.); I. Suchy, ebd., S. 161ff.; Mitt. Othmar Barnert, Wien. – Marie S.: MA 35, WStLA, beide Wien.
(E. Offenthaler)   
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 13 (Lfg. 62, 2010), S. 435f.
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