Stubenberg, (Maria) Anna Herrin und Gfn. von; verwitwete Remekházy v. Gurahoncz; verwitwete Gfn. Zichy zu Zich und Vásonykeö; verehel. Gfn. Buttlar (Buttler) Freifrau auf Brandenfels; (1821–1912), Komponistin

Stubenberg (Maria) Anna Herrin und Gfn. von, verwitwete Remekházy v. Gurahoncz, verwitwete Gfn. Zichy zu Zich und Vásonykeö, verehel. Gfn. Buttlar (Buttler) Freifrau auf Brandenfels, Komponistin. Geb. Graz (Stmk.), 9. 8. 1821; gest. ebd., 1. 12. 1912; röm.-kath. Aus einem alten steir. Adelsgeschlecht stammend; Tochter des Kämmerers und Oblt. Gustav Adolf Herr und Gf. v. S. (1792–1833) und der Franziska Maria Freiin v. Staudach (1792–1876), verehel. ab 1840 mit Johann Remekházy v. Gurahoncz (gest. 1843), 1848 mit Friedrich Gf. Zichy zu Zich und Vásonykeö (gest. 1848) und ab 1872 mit Otto Gf. Buttlar (Buttler) Frh. auf Brandenfels, genannt Treusch (gest. 1907), Cousine der Pianistin und Komponistin Freiin v. Staudach, Großnichte von Josef v. S. (beide s. d.). – S. war Zögling eines Pester Privatinst. für Töchter ung. Magnaten bei vorrangiger Ausbildung in Kunst, Sprachen und sportl. Training. Einen über den für Mädchen der Aristokratie vorgesehenen Bildungsrahmen hinausgehenden Musikunterricht scheint S. nicht erhalten zu haben. Sie verfügte jedoch über ein hervorragendes Gedächtnis und ein ausgeprägtes Improvisationstalent. Ihre kompositor. Anfänge sind – von frühen ungedruckten Versuchen abgesehen – nach 1848 anzusetzen. Ihr Œuvre von über 160 Werken umfaßt sämtl. Gattungen der Vokal- und Instrumentalmusik, wobei letztere nachweisl. von Joseph Franz Wagner, Eduard Wagnes und Anton Fridrich instrumentiert wurden. Das Klavierlied und Solowerke für Klavier überwiegen. Die meisten ihrer Kompositionen erschienen im Druck (bei Spira, Glöggl, Kratochwill und Jungmann & Lerch) und gelangten großteils wiederholt zur Auff., wobei die finanzielle Förderung einer Reihe von Männergesangsver., deren Ehrenmitgl. sie war, vermutl. nicht ohne Einfluß auf die hohe Auff.frequenz war. Kritiker attestierten S. Originalität, außergewöhnl. Melodienreichtum und beobachteten in den Salonstücken ausgeprägt poln. und ung. Nationalkolorit sowie – gegen Ende ihres Lebens – ein „im Volkston“ gehaltenes Lied. Trotz ihrer Volksnähe erscheint S. im Nachruf als Repräsentantin des Adels: als Förderin künstler. und wiss. Aktivitäten sowie als Wohltäterin sozial Benachteiligter. Sie war Trägerin hoher Ausz. (Sternkreuzordensdame, Dame des Elisabeth-Ordens 1. Kl. sowie des Ordens pro Ecclesia et Pontifice).

W.: s. u. Pazdírek; Marx-Haas. – Nachlaß: Universalmus. Joanneum, Inst. für Musikwiss., Univ. Graz, beide Graz, Stmk.
L.: oeml; Pazdírek (m. W.); Suppan (s. u. Buttler [Zichy]-S.); Wurzbach; A. Michaelis, Frauen als schaffende Tonkünstler, 1888; L. Schiviz v. Schivizhoffen, Der Adel in den Matriken der Stadt Graz, 1909, s. Reg.; E. Marx – G. Haas, 210 österr. Komponistinnen …, 2001 (m. B., W. u. L.); Stmk. LA, Graz, Stmk.
(G. Haas)   
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 13 (Lfg. 62, 2010), S. 436
<=  S. 1 =>
<=  S. 1 =>