Sutter, Joseph (1781–1866), Maler

Sutter Joseph, Maler. Geb. Wien, 28. 11. 1781; gest. Linz (OÖ), 12. 5. 1866; röm.-kath. Sohn des Goldschmieds Joseph S. und der Elisabeth S., geb. Schreiber, Vater des Malers Daniel S. (geb. Wien, um 1813; gest. ebd., 19. 4. 1864; röm.-kath.), der ab 1832 an der ABK in München stud. und später mit seinem Vater arbeitete; ab 1812 verehel. mit Maria Anna Josepha S. (geb. Wien, um 1777; gest. Linz, 24. 10. 1853). – S. trat bereits 1794 in die Wr. ABK ein, wo er 1799, 1805 und 1806 mit dem Gundel-Preis ausgez. wurde. Seit 1808 mit Friedrich Overbeck befreundet, wurde er 1809 Gründungsmitgl. des Lukasbunds, verfocht nach der Abreise seiner Bundesbrüder nach Rom 1810 deren Ideale im Kampf gegen die Lehrmethoden der Wr. Akad. und warb auch weitere Mitgl. für den Künstlerbund, darunter Johann Evangelist Scheffer v. Leonhardshoff und Franz Durnwalter. 1816–28 lebte er in Rom, ohne jedoch bedeutendere Werke hervorzubringen. 1831–38 hielt er sich in München auf und arbeitete als Gehilfe von Peter v. Cornelius, →Julius Schnorr v. Carolsfeld und Heinrich Maria Heß bei der Durchführung großer Freskenprojekte mit. 1838 übersiedelte er nach Linz und unterrichtete an einer Zeichenschule. Hier trat er auch mit →Anton v. Spaun in Kontakt und war an der Gründung des Oö. Kunstver. (1851) mitbeteiligt. S.s Bedeutung lag v. a. in seiner Funktion als Theoretiker, Propagator, Mentor neuer Mitgl. und Sprachrohr der Lukasbrüder in den Auseinandersetzungen mit der Wr. ABK. Künstler. hervorzuheben ist primär sein Frühwerk (z. B. das Triptychon „Susanna im Bade“, 1810, Oö. Landesmus. Linz). S., der fast erblindet und in ärml. Verhältnissen starb, hinterließ abgesehen von einigen wenigen Ölgemälden v. a. ein zeichner. Œuvre.

Weitere W.: s. Grote; – Nachlass: Oö. Landesmus., Linz, OÖ.
L.: ADB; Fuchs, 19. Jh.; Fuchs, Erg.Bd. (auch für Daniel S.); Thieme–Becker; Wurzbach (auch für Daniel S.); Z. für Kunstgeschichte 4, 1935, S. 127ff.; G. Gugenbauer, in: Christl. Kunstbll. 78, 1937, S. 1ff. (m. B.); L. Grote, J. S. und der nazaren. Gedanke, 1972 (m. B. u. W., auch für Daniel S.); Die Nazarener in Österr. 1809–1939, Graz 1979 (Kat.); Die Nazarener in Rom, ed. K. Gallwitz, München 1981, S. 262ff. (Kat.); Künstlerleben in Rom. B. Thorvaldsen (1770–1844), ed. G. Bott – H. Spielmann, Nürnberg 1992, s. Reg. (Kat.); C. Reiter, in: Kunstjb. der Stadt Linz 2000/01, 2002, S. 9ff. (m. B., auch für Daniel S.); dies., Wie im wachen Traume. Zeichnungen, Aquarelle, Ölskizzen der dt. und österr. Romantik, 2006 (auch für Daniel S.).
(C. Reiter)   
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 14 (Lfg. 63, 2012), S. 63
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