Szathmáry-Laczkóczy (Szathmáry-Latkóczy), Lujza; geb. Farkas, Ps. Horváth Alojzia (1818–1893), Schauspielerin

Szathmáry-Laczkóczy (S.-Latkóczy) Lujza, geb. Farkas, Ps. Horváth Alojzia, Schauspielerin. Geb. Großsteffelsdorf, Ungarn (Rimavská Sobota, SK), 21. 6. 1818; gest. Budapest (H), 28. 10. 1893 (Ehrengrab: Fiumei úti Nemzeti Sírkert). Mutter des Schauspielers Árpád Szathmáry d. Ä. (geb. Pest/Budapest, 1846; gest. ebd., 7. 10. 1901), Großmutter des Schauspielers Árpád Szathmáry d. J. (geb. Miskolc, H, 26. 12. 1869; gest. Szeged, H, 24. 3. 1914); 1834–48 mit dem Schauspieler Dániel Szathmáry, ab 1851 mit dem Dirigenten und Theaterdir. Ferdinánd Laczkóczy verheiratet. – Nach dem frühen Tod ihres Vaters stand S. bereits 1821, im Alter von drei Jahren, auf der Bühne. 1824–44 war sie Mitgl. mehrerer Schauspieltruppen (unter József Horváth, Károly Fehér, Dávid Kilényi) und trat anfangs unter dem Namen Alojzia Horváth, nach ihrer Heirat als Szathmáryné u. a. in Stuhlweißenburg (Székesfehérvár), Veszprim (Veszprém), Pest, Preßburg und Raab (Győr) auf. 1844 wurde sie an das Ung. Nationaltheater engag. 1848 fiel ihr Mann während der Revolution, sie selbst musste 1849 wegen der Mitwirkung am ung. Aufstand das Nationaltheater verlassen. Nach ihrer Wiederverheiratung wirkte sie zunächst in Klausenburg (Cluj-Napoca), danach als Mitgl. der Ensembles von Mihály Havi, →József Szabó (Schneider) und Engelbert Gotsch an zahlreichen Bühnen in Ungarn. 1857 wurde sie erneut an das Nationaltheater engag., wo sie bis zu ihrer Pensionierung 1891 tätig war und zu den beliebtesten Schauspielerinnen zählte. Während die Autodidaktin am Anfang ihrer Bühnenkarriere als Naive, als jugendl. Heldin und in kom. Rollen das Publikum faszinierte, war sie später bes. als Darstellerin von Mutterfiguren erfolgreich. So brillierte sie etwa als Amme in Shakespeares „Romeo und Julia“ sowie in den Titelrollen von Eugène Scribes und Ernest Legouvés „Adrienne Lecouvreur“, Friedrich Halms „Griseldis“ und Salomon Hermann Mosenthals „Deborah“, aber auch in ung. Stücken.

Weitere Rollen: Fadette (Ch. Birch-Pfeiffer, Die Grille); Frau Miller (F. v. Schiller, Kabale und Liebe); Frosine (Molière, Der Geizige); Madame Pernelle (ders., Tartuffe); Marceline (P.-A. C. de Beaumarchais, Figaros Hochzeit); etc.
L.: NFP, 16. 10. 1874; Pester Lloyd, 29. 10. 1893; Das geistige Ungarn; Wurzbach (s. u. Szathmáry-Paksi Paul); Magyar színművészeti lex. 4, 1931; J. Pukánszkyné Kádár, A Nemzeti Színház százéves története 1–2, 1938–40, s. Reg.; Magyar színházművészeti lex., 1994; Új magyar életrajzi lex. 2, 2001.
(Á. Z. Bernád)   
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 14 (Lfg. 64, 2013), S. 125
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