Szathmáry (Szathmári, Popp de Szathmáry), Pap Károly (1812–1887), Maler, Lithograph und Photograph

Szathmáry (Szathmári, Popp de Szathmáry) Pap Károly, Maler, Lithograph und Photograph. Geb. Klausenburg, Siebenbürgen (Cluj-Napoca, RO), 11. 1. 1812; gest. Bukarest (București, RO), 3. 6. 1887; evang. Sohn eines höheren Gubernialbeamten. – S.s frühes Interesse an Kunst wurde bereits während der Schulzeit in Klausenburg von seinen Lehrern, den Malern Sámuel Nagy und Gottfried Neuhauser, gefördert. 1827–31 stud. er Jus am ref. Kollegium in Klausenburg und bekleidete in den folgenden Jahren verschiedene Ämter in Klausenburg, Hermannstadt (Sibiu) und schließl. an der Siebenbürg. Hofkanzlei in Wien. Während dieses Aufenthalts besuchte er angebl. für kurze Zeit die Wr. ABK und erhielt erste Porträtaufträge. 1835 gab er die Beamtenlaufbahn endgültig auf und verbrachte die nächsten fünf Jahre auf Reisen, v. a. nach Italien, wo er seine künstler. Fähigkeiten durch den zeitweisen Besuch der Kunstakad. in Rom, Florenz und Padua ausbaute. In diesen Jahren entwickelte er auch ein starkes und bleibendes Interesse für Archäol., Volkskde., Zool. sowie Botanik und begann mit dem Aufbau einer Kunst- und Kuriosa-Smlg., die er ständig erweiterte. Um 1840 kehrte S. nach Siebenbürgen zurück, wo er sich in erster Linie als Porträtmaler und Lithograph betätigte. Auf mehreren Reisen durch das Land zeichnete er die Vorlagen für sein bedeutendstes lithograph. Werk, den um 1843 hrsg., mit Ortsansichten, Landschaften und Trachtenbildern illustrierten Text- und Bildbd. „Erdély képekben“ (Siebenbürgen in Bildern). 1843 übersiedelte S., in der Hoffnung auf eine Verbesserung seiner wirtschaftl. Lage, nach Bukarest. Die bereits in Siebenbürgen gepflegten Kontakte zur Oberschicht der walach. Hauptstadt verhalfen ihm in kürzester Zeit zu einem dauerhaften Erfolg. Er machte sich v. a. als Porträtmaler einen Namen, fand darüber hinaus immer wieder Zeit für romant.-stimmungsvolle, mit leichter Hand ausgeführte Landschaftsaquarelle, die er auf seinen Reisen im Inland und in den Vorderen Orient malte. 1848 wandte sich S. der Photographie zu, gründete 1850 eines der ersten Photoateliers in Bukarest und wurde einer der bedeutendsten frühen Vertreter der Kunst- und Dokumentarphotographie in Rumänien. Er photographierte prominente Persönlichkeiten der Zeit, Volkstypen, Trachten, Stadt- und Dorfansichten sowie Landschaften, die er tw. als Bilderalben drucken ließ. Wiederholte Aufträge als Photograph, Maler und Lithograph erhielt der 1863 zum Hofmaler und Hofphotographen ernannte S. vom rumän. Fürstenhaus (ab 1881 Kg.haus). Aufgrund seiner Tätigkeit als Kriegsberichterstatter im Krimkrieg (1854) und im rumän. Unabhängigkeitskrieg (1877–78) zählte S. zu den Wegbereitern der Kriegsphotographie. Seine Aufnahmen präsentierte er u. a. erfolgreich auf der Pariser Weltausst. 1855. Ab 1870 war S. Mitgl. der Wr. Photograph. Ges.

Weitere W.: Porträts: Marițica Bibescu, 1846, Tarsița Golescu, ca. 1846, Elisabeth v. Hohenzollern, 1870; Landschaft bei Floreasca, 1840; Koran lesender Mann, 1850 (Muz. Național de Artă, București); Landschaft am Rotenturm-Pass, 1867; Markttreiben bei der kath. Kirche in Câmpulung, 1868; Szene aus dem Orient, 1868 (Muz. Național de Artă, Cluj-Napoca); etc.
L.: G. Oprescu, in: Analele Academiei Române 10, 1941; Á. Árvay, Szélsodorta falevél. S. P. K. regényes élete, 1973; A. M. Covrig, in: Studii și Cercetări de Istoria Artei, Ser. Artă Plastică 23, 1976, S. 89ff.; Une invention du XIXe siècle: la photographie, red. B. Marbot, Paris 1976, S. 37 (Kat.); The Dictionary of Art 30, 1996; M. P. Roth – J. St. Olson, Historical dictionary of war journalism, 1997, S. 71, 310f.; M. Vida, in: Revue Roumaine d’Histoire de l’Art, Sér. Beaux-Arts 36–37, 1999–2000, S. 39ff.; K. Kincses u. a., Uralkodók festője, fényképésze: S. P. K., Kecskemét 2001 (Kat.); A.-S. Ionescu, in: Jubilee – 30 years ESHPh, ed. A. Auer – U. Schögl, 2008, S. 80ff. (m. B. u. L.); Zs. Farkas, in: Fotóművészet 54/2, 2011, S. 92ff.
(M. Tataru)   
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 14 (Lfg. 64, 2013), S. 124f.
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