Szczucki, Wincenty (1786–1832), Mediziner

Szczucki Wincenty, Mediziner. Geb. Żółkiewka, Kg.reich Polen (PL), 16. 7. 1786 oder 1788; gest. Warschau, Russland (Warszawa, PL), 14. 4. 1832; röm.-kath. Aus einem poln. Adelsgeschlecht stammend. – Nach Privatunterricht und dem Besuch des Gymn. in Zamość stud. S. ab 1804 Med. und ab 1808 kurzzeitig auch Jus an den Univ. Lemberg, Krakau und Wien; 1810 Dr. med. in Krakau (Kraków). S. vervollkommnete seine Ausbildung in Wien und Prag und ließ sich danach als prakt. Arzt in Sandomierz nieder. Ab 1812 wirkte er als Kreisarzt, 1813–17 fungierte er als Dep.arzt. 1818 erfolgte seine Ernennung zum stellv. Prof. für Therapie und Klinik an der Univ. Warschau; 1819 o. Prof. für Med., Pathol. und Propädeutik. In dieser Funktion hielt er Vorlesungen über Pathol. und die Geschichte der Med. und richtete eine Lehrkammer für prakt. Übungen für seine Studenten ein. Daneben leitete und katalogisierte er die Bibl. der med. Fak. und wirkte dort bis 1830 als Mitgl. des Medizinal-Ausschusses. Zu Stud.zwecken verbrachte S. 1821 mehrere Monate an den Univ. Dresden und Leipzig sowie aus gesundheitl. Gründen in den Kuranstalten Karlsbad (Karlovy Vary), Marienbad (Mariánské Lázně), Bilin (Bílina) und Teplitz (Teplice). Von seinen nur zum Tl. im Druck erschienenen Werken sind die Zusammenstellung med. Grundregeln, „Krótki zbiór zasad medycyny praktycznej“ (1818), sein Vortrag „De viribus naturae medicatricibus oratio academica“ (1830) sowie das erste Lehrbuch in poln. Sprache zur Einführung in das Stud. der Med. „Propedeutyka do nauk medycyny“ (1825) erwähnenswert. Zu seinen Verdiensten zählen bes. seine Bemühungen, die Erkenntnisse der Ersten Wr. Med. Schule nach Polen gebracht zu haben.

Weitere W.: Beitrr. in Izys polska, 1822.
L.: Hirsch; PSB (m. L.); Wurzbach; S. Kośmiński, Słownik lekarzów polskich, 1888; J. Bieliński, Królewski Uniw. Warszawski (1816–31), 3, 1912; Uniw. Jagielloński, Kraków, PL.
(K. Weisswasser)   
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 14 (Lfg. 64, 2013), S. 128
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