Szmrecsányi, Lajos (1851–1943), Erzbischof

Szmrecsányi Lajos, Erzbischof. Geb. Darócz, Ungarn (Šarišské Dravce, SK), 26. 4. 1851; gest. Eger (H), 28. 1. 1943; röm.-kath. Aus einer alten adeligen Familie stammend, Bruder von Pál S. (s. u.). – Nach Besuch der Realschule in Eperies (Prešov) stud. S. 1867–72 Theol. in Debreczin (Debrecen) und Eperies. 1873 zum Priester geweiht, wirkte er zunächst als Seelsorger in Miskolcz und Erlau (Eger), 1882 wurde er Zeremoniär an der erzbischöfl. Kurie von Erlau, 1891 erzbischöfl. Sekr., 1897 Domkapitular, 1898 Titularabt in Siklós sowie 1901 Kanzleidir. Ab 1904 Weihbischof von Erlau und zugleich Titularbischof von Magydus, wurde er 1912 zum Koadjunkten des Erzbischofs von Erlau →Jozsef Samassa ernannt und noch im selben Jahr dessen Nachfolger. Im 1. Weltkrieg unterstützte er die Kriegskrankenpflege und stellte seinen Bischofspalast als Lazarett zur Verfügung. Während der kommunist. Räterepublik 1919 wurde er zweimal verhaftet. Danach organisierte S. die Seelsorge im Kom. Borsod neu und baute das kath. Seelsorgenetz im Gebiet von Szabolcs aus, wo er 1922–42 insgesamt 44 Pfarreien errichtete. In Eger, Kisvárda, Heves und Nyíregyháza gründete er mehrere Knaben- und Mädcheninternate, höhere Handelsschulen, einen Konvent der Ursulinen zur Mädchenerziehung und ein Franziskanerkloster. S., der als sozialer Seelsorger anerkannt war, förderte 1926 die Gründung der Egri Norma, eines überkonfessionellen Ver. zur Bekämpfung der Armut. 1927 war er Kandidat der ung. Regierung für den frei gewordenen Primatialsitz in Esztergom. Im September 1929 wurde er zum päpstl. Thronass. und Conte Romano ernannt. S., polit. und kirchl. streng konservativ, war 1912–18 Mitgl. des Magnatenhauses im ung. RT, 1927–43 des Oberhauses im ung. Parlament sowie ab 1917 Vorstandsmitgl. der MTA. Sein Bruder, Bischof Pál S. (geb. Darócz, 2. 5. 1846; gest. St. Moritz, CH, 8. 8. 1908), stud. Theol. in Pest (Budapest). Nach seiner Priesterweihe 1869 war er zunächst Seelsorger, ab 1871 Mitarb. an der erzbischöfl. Kurie in Erlau, 1875 erzbischöfl. Sekr., 1879 Domkapitular und 1881 Kanzleidir. 1891 wurde er zum Bischof der Zips (Spiš), 1903 von Großwardein (Oradea) ernannt. In beiden Bistümern stiftete er mehrere Schulen und Kirchen, in Großwardein regelte er die Ruhestandsgehälter der Geistlichen. Pál S. war ab 1892 Mitgl. des Magnatenhauses.

L.: Katolikus Lex. (m. L., auch für Pál S.); Magyar országgyűlési almanach 1927–32, 1932, S. 346 (m. B.); J. Gáspár, in: Katolikus Szemle 51, 1937, S. 553ff.; I. Soós, in: Magyar katolikus almanach … 1, 1984, S. 766; K. Szecskó, in: Magyar egyháztörténeti vázlatok 7, 1995, S. 151ff.; L. Markó u. a., A MTA tagjai 1825–2002, 3, 2003 (m. B.); Új magyar életrajzi lex. 6, 2007 (m. B., auch für Pál S.). – Pál S.: Pester Lloyd, 15. 9. 1908; Slovenský biografický slovník 5, 1992.
(G. Adriányi)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 14 (Lfg. 64, 2013), S. 164
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