Stutterheim, Alfred Frh. von (1879–1929), Architekt und Fachlehrer

Stutterheim Alfred Frh. von, Architekt und Fachlehrer. Geb. Wien, 1. 1. 1879; gest. ebd., 27. 5. 1929; evang., ab 1906 röm.-kath. Urgroßneffe von →Joseph (Xav.) Frh. v. S., Enkel von Johann Frh. v. S. (s. u. Joseph (Xav.) Frh. v. S.), Sohn des Diplomaten und Realitätenbesitzers Alfred Frh. v. S. (geb. Kronstadt, Siebenbürgen / Braşov, RO, 11. 4. 1845; gest. Gmunden, OÖ, 12. 2. 1894; evang.) und der Pastorentochter Juliane Freifrau v. S., geb. Fackler (geb. Kronstadt, 19. 1. 1858; gest. Gmunden, 4. 8. 1920; evang.); ab 1906 verehel. mit der Industriellentochter Eleonore Mebus (geb. Wien, 7. 2. 1884; gest. Baden bei Wien, NÖ, 9. 8. 1954). – Nach dem Abschluss der Oberrealschule in Wien und dem Einjährig-Freiwilligen-Jahr stud. S. 1899–1904 (2. Staatsprüfung) an der Bauschule der Wr. TH u. a. bei →Karl Mayreder, →Karl König und →Max Frh. v. Ferstel. 1905–06 absolv. er seine Praxis im Atelier Ferstels. 1906–07 war er als Bauadjunkt im Hof-Bau-Dep. des Obersthofmeisteramts mit diversen baul. Planungen des Hofes (u. a. Laboratoriumsneubau der Hofapotheke) befasst, 1907–09 als Stadting. bzw. Stadtarchitekt im Stadtbauamt von Troppau (Opava) für die Errichtung verschiedener öff. Bauten (Mädchenlyzeum, Militärkanzleigebäude) und der Gestaltung der örtl. Gewerbeausst. von 1909 zuständig (wofür er die Goldene Ausst.medaille erhielt), wobei er formal einer traditionalist. Ausrichtung verpflichtet blieb. Im selben Jahr erfolgte seine Berufung an die Staats-Gewerbeschule in Wien 1, wo er bis zuletzt unterrichtete. Daneben war S. auch als freier Architekt tätig, beteiligte sich an zahlreichen Wettbewerben (u. a. für die HK in Brünn/Brno, 1907, bzw. Troppau, 1908; Kurhaus Karlsbad/Karlovy Vary, 1911) und errichtete 1924–25 gem. mit Alfred Rodler und Ludwig Tremmel die kommunale Wohnhausanlage Schüttau-Hof in Wien 22. Prof. S. war ab 1910 Mitgl. der Wr. Bauhütte, ab 1913 der Zentralvereinigung der Architekten Österr.

Weitere W.: s. Architektenlex.
L.: Jahresber. der k. k. Staats-Gewerbeschule in Wien I …, 1909/10, (1910), S. 17, 1913/14, (1914), S. 15; E. v. Stutterheim – K. v. Stutterheim, Die Herren und Frh. v. S./Alt-S., 1965, S. 120; J. Vybíral, in: Časopis slezského muz., Sér. B, 28, 1979, S. 79ff.; H. Weihsmann, Das Rote Wien, 2. überarb. Aufl., 2002, S. 448; ders., In Wien erbaut, 2005; Architektenlex. Wien 1880–1945 (m. W. u. L., nur online, Zugriff 2. 3. 2011); TU, Wien.
(U. Prokop)   
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 14 (Lfg. 63, 2012), S. 16
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