Šubic, Vladimir (1894–1946), Architekt

Šubic Vladimir, Architekt. Geb. Laibach, Krain (Ljubljana, SLO), 23. 5. 1894; gest. Lukavac-Dobrnja, Jugoslawien (BIH), 16. 9. 1946 (begraben: Škofja Loka); röm.-kath. Sohn von Ivan (Johann) Š. (s. u.) und Hedvika Fabiani (1858–1925), Neffe von →Janez Š. und →Jurij Š.; 1927–35 verheiratet mit Jelca Jelačin, aus einer Laibacher Großhändlerfamilie; ab 1941 in 2. Ehe mit Živa Fermevc verehel. – Nach Besuch der Oberrealschule in Laibach stud. Š. 1912–13 an der TH Wien Maschinenbau, 1913–15 an der Maschinenbauschule der TH Graz und leistete ab 1915 Kriegsdienst. Anschließend begann er ein Stud. der Architektur an der dt. TH in Prag (1922 Ing.). 1922–26 unterrichtete er Bauwesen und Architektur an der Techn. Mittelschule in Ljubljana. 1926–30 fungierte Š. als Stadtbaurat im Stadtbauamt und plante, u. a. beeinflusst durch die Wr. Wohnhausanlage Fuchsenfeldhof, 1926 den sozialen Wohnungskomplex Meksika mit 82 Wohnungen. 1930–45 wirkte er als Chefarchitekt des Pokojninski zavod (Pensionsanstalt), für den er sein Hauptwerk „Nebotičnik“ (1930–33), den ersten Wolkenkratzer mit 13 Stockwerken in Ljubljana und damit das höchste Gebäude Jugoslawiens, projektierte. In dieser Zeit, die sehr reich an Aufträgen war, entstanden z. B. auch die Handelsakad. (1930) und die Villa Lovšin (1932) in Ljubljana. Š. entwarf auch in anderen Städten wie Celje, Jesenice, Kranj, Maribor, Ptuj, Dubrovnik, Split große repräsentative Verwaltungs- bzw. Geschäfts- und Wohngebäude, wobei er öfter mit dem Bildhauer Lojze Dolinar und seinem Bruder, dem Maler Mirko Š., zusammenarbeitete. Š. verwendete bei seinen Bauten als einer der ersten slowen. Architekten Stahlbeton und gilt als Vertreter des gemäßigten Funktionalismus. Nach dem 2. Weltkrieg wurde ihm die weitere Karriere als Architekt verwehrt, er wurde kurz inhaftiert, freigesprochen, aber später zur Zwangsarbeit verurteilt. Er starb während des Baus der Eisenbahnstrecke Brčko–Banovići in Bosnien. Sein Vater, der Lehrer und Naturforscher Ivan (Johann) Š. (geb. Pölland, Krain / Poljane nad Škofjo Loko, SLO, 12. 10. 1856; gest. Ljubljana, 11. 3. 1924), stud. nach dem Besuch des Gymn. in Laibach 1874–81 (mit Unterbrechung) Mathematik und Naturgeschichte an der Univ. Wien; 1883 Lehramtsprüfung. Danach war er Supplent und Mittelschullehrer in Laibach, ab 1888 Dir. der dortigen Fachschule für Kunststickerei und Spitzennäherei. Neben der Förderung des Handwerks machte sich Ivan Š. bes. um den Ausbau von Wasserkraftwerken verdient und trug als Mitgl. der zentralen Komm. für die Entwässerung der Moore zur Rekultivierung des Laibacher Moores bei. Ab 1897 fungierte er auch als Konservator der Zentral-Komm. für Erforschung und Erhaltung der Kunst- und hist. Denkmale für die Bez. Adelsberg, Loitsch und die Stadt Laibach.

Weitere W.: s. SBL (auch für Ivan Š.); Glažar.
L.: Slovenski poročevalec, 20. 9. 1946; Enc. lik. umj.; SBL (m. W. u. L.); Vollmer; F. Šijanec, Sodobna slovenska likovna umetnost, 1961, S. 429ff.; T. Glažar u. a., Arhitekt V. Š. Zbrano delo / Architect V. Š. Complete Work, 1992; The Dictionary of Art 29, 1996; Enc. Slovenije 13, 1999; B. Zupančič u. a., Ljubljanski Nebotičnik: Denar in arhitektura, 2001; Impossible histories, ed. D. Djurić – M. Šuvaković, 2003, S. 339f., 344; S. Bernik, Slovenska arhitektura dvajsetega stoletja / Slovene Architecture of the Twentieth Century, Ljubljana 2004, s. Reg. (Kat.); TU, Graz, Stmk.; TU, Wien; Nadškofijski arhiv, Ljubljana, SLO. – Ivan (Johann) Š.: SBL (m. W. u. L.); F. Golob, in: Loški razgledi 31, 1984, S. 98ff.; Th. Brückler – U. Nimeth, Personenlex. zur Österr. Denkmalpflege, 2001; UA, Wien.
(B. Murovec – D. Angetter)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 14 (Lfg. 63, 2012), S. 24f.
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